USA: Nationaler Gewerkschaftsdachverband AFL-CIO unterstützt H.R. 1489 ("Glass-Steagall-Gesetz")
12. August 2011 • 11:03 Uhr

Der amerikanische Gewerkschaftsdachverband AFL-CIO schickte am 10. August den folgenden Brief an die demokratische Abgeordnete Marcy Kaptur aus Ohio, die den Antrag H.R. 1489 zur Wiedereinführung des Glass-Steagall-Trennbanken-Gesetzes im Repräsentantenhaus eingebracht hat.

Sehr geehrte Frau Abgeordnete Kaptur,

Ich schreibe dies, um Ihr Gesetz, H.R. 1489, das 'Gesetz zur Rückkehr zu einem vernünftigen Bankwesen', zu unterstützen.

Aufgrund des Dodd-Frank-Gesetzes von 2010 haben wir jetzt eine Grundlage, um den Finanzsektor unseres Landes wieder aufzubauen und wieder Verantwortlichkeit an die Wall Street zu bringen. Aber trotz der wohlmeinenden Bemühungen nahm sich Dodd-Frank nicht angemessen der Finanzinstitute an, die „zu groß zum Scheitern" geworden sind. Es gab Versuche, den großen Banken Beschränkungen für den Eigenhandel aufzuerlegen, aber diese Bemühungen kratzten nur an der Oberfläche dessen, was notwendig ist, um die Größe der Institute zu Verkleinern, die mächtig sind und unsere Wirtschaft in die Knie zwingen können, wenn sie letztendlich scheitern sollten.

H.R. 1489 würde unser Finanzsystem weiter stärken, indem es das Glass-Steagall-Gesetz von 1933 wieder in Kraft setzen würde. Glass-Steagall schuf drei Bereiche finanzieller Aktivität: Geschäftsbanken, Investmentbanken und Versicherungen. Infolge von Glass-Steagall konnte kein einzelnes Unternehmen sowohl eine Investmentbank wie eine Geschäftsbank sein. Glass-Steagall hatte die Absicht, vor potentiellen Konflikten zwischen der Funktion des Schutzes der persönlichen Guthaben, der Versicherungsfunktion und den spekulativen Investment-Aktivitäten zu schützen.

Diese Struktur funktionierte jahrzehntelang und erwies sich als wirksamer Weg, die systemischen Risiken gegrenzen, die von den Finanzinstituten ausgehen, die zu groß und zu sehr verflochten sind, um scheitern zu dürfen. Die Beseitigung dieser Sicherungen führte wohl zum Beginn unseres jüngsten Finankollapses.

Unser Finanzmärkte wurden einem letztendlich nicht zu bewältigenden Ausmaß riskanten Verhaltens dieser großen Finanzinstitute ausgesetzt, und wir müssen jetzt das Potential für weitere wirtschaftliche Zusammenbrüche begrenzen, indem wir die Sicherungen wieder herstellen, die einst durch das Glass-Steagall-Gesetz in Kraft gesetzt wurden. H.R. 1489, das Gesetz zur Rückkehr zu einem vernünftigen Bankwesen, würde genau dies tun.

Wir danken Ihnen dafür, daß ein so wichtiges Gesetzeswerk eingebracht haben und freuen uns darauf, Sie weiter zu unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen,

William Samuel,

Direktor der Abteilung für Regierungs-Angelegenheiten