Amerikanische Ingenieursgewerkschaft unterstützt Trennbankensystem
4. September 2011 • 21:28 Uhr

Tag für Tag melden sich in den Vereinten Staaten mehr Unterstützer für die Wiedereinführung des Trennbankensystem (Glass-Steagall-Gesetz) zu Wort. Jüngstes Beispiel ist ein Brief vom Präsidenten der Gewerkschaft der Ingenieure (IFPTE), der am 31. August an alle Abgeordneten des Repräsentantenhauses verschickt wurde. Die IFPTE gehört dem Gewerkschaftsdachverband AFL-CIO an. Wir zitieren:

"Sehr geehrte Abgeordnete, sehr geehrter Abgeordneter,

als Präsident der International Federation of Professional and Technical Engineers (IFPTE) schreibe ich Ihnen, um sie aufzufordern, die Gesetzesvorlage HR 1489, das Gesetz zur Rückkehr zu verantwortungsvollen Bankgeschäften, zu unterstützen. Der von der Abgeordneten Marcy Kaptur eingebrachte Vorschlag wird durch die Wiedereinführung des Glass-Steagall-Gesetzes amerikanischen Familien konkreten Schutz gewähren. Ohne eigenes Verschulden befinden sich zig Millionen amerikanische Arbeiter in einer Notlage. Die amtlich angegeben Arbeitslosenzahl von 9,1 Prozent, stellt die Lage rosiger da, als sie in Wirklichkeit ist. Denken Sie nur an all die Menschen, die entweder es inzwischen aufgegeben haben, weiter nach einem Arbeitsplatz zu suchen oder die unterbeschäftigt sind - weiterhin erleben die Arbeiter und ihre Familien große Entbehrungen, ohne daß sich ihnen ein Zeichen der Hoffung zeigen würde.

Ironischerweise haben die gleichen Banken, die unsere Volkswirtschaft zu Boden warfen, kaum unter der Krise gelitten. In der Tat, dafür, daß sie unsere Volkswirtschaft an den Rand einer Depression, und Millionen von Amerikanern um ihren Arbeitsplatz brachte, belohnte der Kongreß die Wall Street mit 700 Milliarden Dollar an Steuergeldern. Jetzt, viereinhalb Jahre nach dem Platzen der Immobilienblase, als die Institute über zweitrangige Hypothekenkredite ins Straucheln gerieten, sind die Wall-Street-Banker, mangels klarer Regeln, wieder zum gewohnten Gang der Dinge zurückgekehrt.

Im Gegensatz dazu reagierte der Kongreß 1933 in der großen Depression mit der Verabschiedung des Glass-Steagall-Gesetzes. Das neue Gesetz, das damals als The Federal Banking Act of 1933 bekannt war, regulierte die Hypothekenkreditvergabe, indem es die Aktivitäten der Geschäftsbanken von denen der Investmentbanken trennte. Glass-Steagall war das Gesetz des Landes bis 1998, als der Kongreß die verantwortungsvolle Praxis bei der Vergabe von Hypothekenkrediten mit der Verabschiedung des Leach-Bliley-Gesetzes beendete. Dieses Gesetz hob die Glass-Steagall Bedingung der Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken auf und erlaubte ihnen in andere Geschäftsfelder wie Spekulation und Versicherungswesen zu expandieren. So wurde das Umfeld für die Immobilienblase und ihr anschließendes Platzen, die sogenannte Große Rezession, geschaffen. Und so wurde die Not von zig Millionen Arbeitslosen, die Arbeitsplatz und Wohnung verloren, verursacht. Banken, die als „zu groß zum Scheitern" angesehen wurden, scheiterten nicht nur sondern rissen Arbeiterfamilien der Mittelschicht in den Abgrund. (...)

Hochachtungsvoll

Gregory J. Junemann,

Präsident"

Eine ständig aktualisierte Liste der Unterstützer von HR 1489 zur Wiedereinführung des Trennbankensystems in den USA finden Sie auf www.larouchepac.com.