Die Internetversion der dänischen Boulevardzeitung Ekstra Bladet berichtete in ihrer Sonntagsausgabe vom 4. September über die Kampagne der drei Einzelkandidaten, die die Einführung des Trennbankensystems zum zentralen Wahlkampfthema gemacht haben. Tom Gillesberg vom Schiller-Institut kandidiert in Kopenhagen, die beiden anderen in Jütland. Die kurzfristig anberaumte Parlamentswahl findet am 15. September statt.
Hier einige Auszüge aus dem Artikel von Ekstra Bladet, der unter dem Titel „Tag der Abrechnung - Parlamentskandidat Tom Gillesberg erschreckt ekstrabladet.dk mit Vorhersage von Panik und Chaos" begleitet von Fotos des aktuellen Wahlplakats (Glass-Steagall - oder Chaos) und jenem vom Wahlkampf 2007 (Nach dem Finanzkrach - Magnetbahn über das Kattegat!):
Einer der eher kryptischen Aspekte des Wahlkampfs sind drei Kandidaten des Schiller-Instituts, die mir ihrer unabhängigen Kandidatur unter dem Motto „Glass-Steagall - oder Chaos" für einiges Aufsehen sorgen.
Was? Glass-Steagall?
„Es ist die letzte Chance. Wenn das Finanzsystem erst einmal zusammengebrochen ist, können wir nicht mehr einen Schritt zurückgehen und die Dinge in Gang setzen, die wir bereits jetzt machen sollten. Dann ist es zu spät", sagt Tom Gillesberg, der Vorsitzende des Schiller-Instituts.
„Wenn der Finanzsektor nicht sofort unter Kontrolle gebracht wird, werden große Nationen wie die USA, England oder viele andere so mit Schulden überhäuft werden, daß sie sich daraus niemals erholen können. Wir würden eine Hyperinflation schlimmer als in Weimar Deutschland 1923 bekommen. Und wir würden Dinge zu sehen bekommen, die weit schlimmer sind als die Unruhen vor kurzem in London", so Gillesberg, der damit unsere Redaktion etwas in Schrecken versetzte.
Den Finanzkrach vorausgesagt
Gillesberg kandidierte schon 2007 mit dem Slogan „Nach dem Finanzkrach - Magnetbahn über das Kattegat!". Damals, ein halbes bis ganzes Jahr vor Ausbruch der schweren Krise der Weltwirtschaft, fragte die Tageszeitung Berlingske Tidende den Kandidaten:
„Ihre Politik basiert auf der Annahme, daß ein Finanzkrach stattfinden wird?"
Worauf Gillesberg antwortete:
„Der Finanzkrach ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Wir wissen nur nicht, wie lange der Pastor vor dem Krach noch sprechen wird. Deshalb müssen wir Vorbereitungen treffen, um unsere Volkswirtschaft vor den schlimmen Auswirkungen zu schützen, die ein internationale Finanzkrach mit sich bringt."
Heute warnt Gillesberg vor Zusammenbruch des ganzen Weltfinanzsystems, ähnlich wie 1929. Und die Lösung ist klar:
„In den Banken müssen die traditionellen Teile (Einlagen und Darlehengewährung) von den spekulativen Aktivitäten per Gesetz getrennt werden, so wie es Roosevelt in der Großen Depression mit dem sogenannten Glass-Steagall Gesetz 1933 machte. Wir brauchen keine Rettungspakete, um die Spekulanten zu retten", sagt Gillesberg.
Und der Kandidat denkt, daß man mit großen Infrastrukturprojekten beginnen sollte, wie dem Bau von Kernkraftwerken oder einer Brücke über das Kattegat. [Die Brücke würde die Insel Seeland mit dem Festland verbinden, und damit die zwei größten Städte Dänemarks Kopenhagen und Aarhus, Anm. d. Red.] ....
Auch die Tageszeitung Jyllands-Posten berichtete am folgenden Tag (5. September) in ihrer Online-Ausgabe über das Programm von Tom Gillesberg und seinen Kollegen.
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