Mars-Mission erfordert Technologiedurchbrüche und eine bessere Wirtschaft
11. Oktober 2011 • 10:45 Uhr

Wladimir Popovkin, Vorsitzender der russischen Raumfahrt-Agentur Roscosmos sprach auf dem Kongreß der International Astronautical Federation, der vom 7. bis 10. Oktober in Kapstadt stattfand, über die Zukunft des russischen Raumfahrtprogramms. Mit der Einstellung des Space Shuttle und nach Absturz eines unbemannten Progreß-Raumtransporters stand natürlich die Frage der Zukunft der Internationalen Raumstation ISS im Raum. Popovkin konnte mit der guten Nachricht aufwarten, daß bei der Inspektion einer Rakete gleicher Bauart wie jene, die kürzlich den Absturz des Progreß-Raumschiffs verursacht hatte, keine Produktionsfehler gefunden wurden. Das eröffne die Möglichkeit, die personelle und materielle Versorgung der Weltraumstation wieder aufzunehmen. Popovkin sagte, dass ein gedrängter Zeitplan von Starts die Raumstation bis zum 21. Dezember zurück zur vollen Funktionsfähigkeit bringen würde. Aber er brachte auch sein Entsetzen über die Einstellung des amerikanischen Shuttle-Programms zum Ausdruck, da somit das Progreß-Raumschiff die einzige Möglichkeit darstelle, die Raumstation zu versorgen. „Während andere Länder an neuen Raumfahrzeugen arbeiten, sind wir gezwungen unser Augenmerk auf die Produktion von erprobten aber doch vergleichbar alten Raumschiffen zu legen, nämlich Sojus und Progreß“.

Popovkin könnte auf die kürzlich bekanntgewordenen Pläne der NASA angespielt haben, eine Rakete für Reisen in die Tiefen des Weltalls zu bauen, was aber bei der momentanen politischen und wirtschaftlichen Politik der Obama-Administration eine mehr als unrealistische Hoffnung ist. Popovkin lehnte Überlegungen ab, Kosmonauten zum jetzigen Zeitpunkt auf den Mars zu bringen. „Die Möglichkeit, Flügen zu Asteroiden oder zum Mars durchzuführen, liegt noch in weiter Ferne. Ihre Durchführung hängt nicht nur von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes, sondern auch vom technologischen Fortschritt ab.“ Rußland würde sich deshalb auf den Mond konzentrieren.

Da nicht genügend Mittel zur Verfügung stünden, habe man in Rußland beschlossen, die Produktion der Rus-M Trägerraketen zu unterbrechen. Diese waren Teil eines ehrgeizigen Planes, ab 2015 Raumschiffe einer neuen Generation vom neuen Kosmodrom Vostochny zu starten. „Wir sind zu dem Schluß gekommen, daß wir vorerst keine neuen Raketen benötigen. Wir werden jene, die wir bereits haben, weiter nutzen“, sagte Popovkin.

Von der Erforschung und dem tieferen Verstehen der Prozesse, die in unsere Galaxis und darüber hinaus stattfinden, hängt das Überleben der Menschheit ab. Die jetzige Politik, das Gemeinwohl dem bankrotten Weltfinanzsystem zu opfern, führt zur Demoralisierung weiter Bevölkerungskreise, nicht zuletzt auch vieler Mitarbeiter in der Luft- und Raumfahrt. Und damit wird produktives Potential mutwillig zerstört, ein Potential, daß wir für den Wiederaufbau der Weltwirtschaft dringend benötigen. Anstelle des bankrotten monetären Systems brauchen wir jetzt ein stabiles Kreditsystem, daß Forschung und Entwicklung, den produktiven Aufbau der Nationen befördert.





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