IWF-Berater: Finanzielle Kernschmelze in den nächsten 2 – 3 Wochen möglich
11. Oktober 2011 • 22:20 Uhr

Wie der Fall Dexia zeigt gelangt die eigentliche Krise, die von den Zentralbanken und ihren „Ablegern“, den Regierungen, fälschlich als „Krise der Staatsschulden“ dargestellt wird, nun wieder an die Oberfläche. Es ist eine Bankenkrise und Dexia nur die Spitze des Eisbergs. „Wenn sie das nicht glaubwürdig anpacken, denke ich, daß es in vielleicht 2-3 Wochen eine Kernschmelze von Staatsschulden geben wird, die eine Kernschmelze im ganzen europäischen Bankensystem hervorruft“, sagte der IWF-Berater Robert Shapiro am 8.10. gegenüber BBC News. Die Regierungen werden gedrängt, vor dem nächsten G20-Treffen am 3./4.11. in Cannes eine massive Rettungsaktion für die Banken zu liefern, aber es kann sein, daß sie das nicht mehr rechtzeitig bewerkstelligen.

Am 9.10. kündigten Frankreichs Präsident Sarkozy und Bundeskanzlerin Merkel ein neues Programm zur Rekapitalisierung der Banken an. Die EZB und die Bank von England treffen eigene Übergangsmaßnahmen. Ab 11.11. wird die EZB wertegedeckte Anleihen von 40 Mrd. Euro auf dem Primär- und Sekundärmarkt kaufen. Sie wird auch (zusätzlich zu allen anderen „unkonventionellen“ Maßnahmen) Umschuldungen über 12-13 statt bisher 6 Monate anbieten. Jean-Claude Trichet, dem nun Mario Draghi folgt, kündigte dies auf seiner letzten Pressekonferenz als EZB-Chef am 6.10. an. Trichet wird in die Geschichtsbücher als der Mann eingehen, der aus der EZB eine Bad Bank gemacht hat.

Auf die Frage, wie die Krise ihr Ende finden könne, gab Trichet zu, daß er und seine Zentralbankkollegen keine Ahnung haben, was vor sich geht. Seit vier Jahren „fragen wir uns oft: Ist es vorbei? Nur um zu dem Schluß zu kommen, daß das ein andauernder Prozeß ist“. Unterdessen warf die Bank von England die Geldpresse an, ihr Gouverneur Sir Mervyn King kündigte eine „quantitative Erleichterung“ (QE) von weiteren 75 Mrd. Pfund an. Im Daily Telegraph hieß es, insgesamt könne die QE auf 500 Mrd. Pfund oder mehr anwachsen. Nach der neuen Runde wird die Bank 32% der insgesamt 860 Mrd. Pfund Schatzanleihen der Regierung besitzen. Bei 500 Mrd. wären es zwei Drittel.

Lyndon LaRouche sagte dazu am 10.10., mit den verschiedenen Rettungsaktionen (einschließlich der EFSF) betrieben die transatlantischen Regierungen eine aberwitzige hyperinflationäre Politik, deren Ausmaß und Folgen weit schlimmer würden als die deutsche Inflation 1923. Weil nichts für eine Absetzung von Präsident Obama unternommen wurde, stehe das transatlantische Finanzsystem „näher am Abgrund denn je“. Durch die Wiedereinführung des Glass-Steagall-Gesetzes könne man den Finanzkollaps in den USA zumindest zeitweise unter Kontrolle bringen, aber es sei fraglich, ob der entsprechende politische Druck schnell genug wächst. Nach einem Zusammenbruch wäre es kaum noch möglich, in Europa und Nordamerika eine wirtschaftliche Erholung zu organisieren.

Volksentscheid über Rettungspakete und Trennbankensystem jetzt unterzeichnen.