Führende US-Militärs gegen Obamas Kriegskurs
22. November 2011 • 15:01 Uhr

Der öffentliche Widerstand aus führenden Kreisen des US-Militärs gegen Obamas Kriegskurs ist beträchtlich: Nachdem der frühere CENTCOM*-Kommandeur Gen. Joseph Hoar (USMC-ret.) Lyndon LaRouche's Presseagentur EIR ein Interview gegeben hatte, in dem er eindringlich vor einem Militärschlag gegen den Iran warnte, meldete sich am 14.11. der frühere Armeegeneral John H. Johns in einer Kolumne für die New York Times mit Warnungen zu Wort. General Johns hat auch den sog. 'Human Rights First'-Brief an den demokratischen Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, mit unterschrieben, der vor Polizeistaats-Maßnahmen in der neuen US-Verteidigungs-Gesetzgebung warnt.

Johns zitierte in seinem Beitrag den ehemaligen Verteidigungsminister Robert Gates, den früheren Marinegeneral Anthony Zinni, einen weiteren früheren Kommandeur von CENTCOM und den früheren Kongressabgeordneten Joe Sestak, die alle vor den „unbeabsichtigten Konsequenzen“ eines Angriffs auf den Iran warnen.

Gen. Johns: „Während die Rhetorik für einen Militärschlag als Stimmungsmacher in den Reden der Republikaner funktionieren mag, gibt es wenig oder gar keine Chance, daß ein militärischer Angriff so einfach wäre. Ganz im Gegenteil! Führende Vertreter des Verteidigungsestablishments stimmen darin überein, dass die militärische Option sehr schnell zu schwerwiegenden, nicht beabsichtigten Konsequenzen führen würde.

Meir Dagan, der kürzlich in den Ruhestand getretene Chef des israelischen [Geheimdienstes] Mossad, teilt die Bewertung der oben erwähnten Amerikaner. Er erklärte bereits früher dieses Jahr, dass eine Attacke auf den Iran regionalen Krieg bedeute und daß Argumente für einen Militärschlag das ‚dümmste Geschwätz sind, das ich jemals gehört habe’.“

Gen. Johns stellte klar, daß er Iran für eine Gefahr halte, und daß die Entwicklung der iranischen Raketentechnik dergestalt sei, daß die NATO gut daran tue, zusammen mit den Russen ein Raketenschutzschild aufzubauen. Auch auf den IAEA-Bericht sollte die internationale Gemeinschaft mit mehr Druck reagieren. Aber: „Amerika sollte nicht einen neuen Krieg im Nahen Osten in Betracht ziehen, ohne eine ernstzunehmende Diskussion über die Konsequenzen zu führen. Politische Kandidaten sollten ihre chauvinistischen Emotionen zügeln und ihr Weltbild mit ein wenig reflektiven, rationalen Gedanken mäßigen.“

General Zinni (ret.) seinerseits sprach letzte Woche in der Charlie Rose Show (CBS-TV), um vor den Konsequenzen eines Militärschlags gegen den Iran zu warnen: "Eine einzige Mine, die einen Tanker trifft, und Sie können sich vorstellen, was mit dem Ölpreis und den Volkswirtschaften der Welt passiert. Eine Rakete in ein Ölfeld im Golf oder in ein Erdgasfeld, und Sie können sich vorstellen, was dann passieren wird. Ein Raketenangriff auf unsere Truppen im Golf oder den Militärbasen im Irak, die Aktivierung von Schläfer-Zellen, das Versenken von Schnellbooten, Minenvorrichtungen im Roten Meer und an anderen Stellen. Sie sehen, welche Probleme verschiedenster Art damit einhergehen. Wirtschaftliche Auswirkungen, Probleme für die nationale Sicherheit – es wird uns in einen Konflikt hineinziehen. Ich denke, daß jeder dumm ist, der glaubt, dass dies eine saubere Operation wird, die dann sofort vorbei ist, ohne daß eine Reaktion erfolgen würde."

*CENTCOM (US Central Command) erstreckt sich über 20 Länder: Afghanistan, Bahrain, Ägypten, Iran, Irak, Jemen, Jordanien, Kasachstan, Kuwait, Kirgisien, Libanon, Oman, Pakistan, Quatar, Saudi-Arabien, Syrien, Tadschikistan, Turkmenistan, Vereinigte Arabische Emirate und Usbekistan.J





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