Notenpressen laufen auf Hochtouren: Euro gescheitert! Dritter Weltkrieg droht!
3. Dezember 2011 •

Von Helga Zepp-LaRouche
 
Das einzige Thema, das für jeden klardenkenden Menschen die absolute Priorität sein sollte, ist die existentielle Frage, wie zu dieser extrem weit fortgeschrittenen Stunde die Gefahr eines globalen thermonuklearen Krieges verhindert werden kann. Das Problem ist nur, daß die Medien in Deutschland so gut wie nichts über diese akute Gefahr berichten, daß weder Bundeskanzlerin Merkel in ihrer Regierungserklärung am Freitag, noch die Redner in der folgenden Bundestagsdebatte diese Gefahr auch nur mit einem einzigen Wort erwähnten, und daß sich demzufolge die große Mehrheit der Bevölkerung im Zustand totaler Unklarheit befindet. Die Welt befindet sich aber so dicht am Rande eines Weltkrieges, daß er jederzeit ausbrechen könnte!

Motor für die akute Kriegsgefahr sind weder das Vorgehen der syrischen Regierung gegen die aus dem Ausland organisierte Rebellion in einigen Städten, noch der angebliche Bau von Atomraketen seitens der iranischen Regierung, sondern die Tatsache, daß das transatlantische Finanzsystem einschließlich des Euro-Experiments vor seiner Desintegration steht. Die Kräfte, die derzeit die Märkte mit Liquidität „fluten“, um neue Lehman-Pleiten einiger Großbanken hinauszuzögern, wissen natürlich, daß solche hyperinflationären Maßnahmen nur äußerst kurzfristig wirken können. Auf der Ebene der oligarchischen Elite ist deshalb seit geraumer Zeit die Entscheidung gefallen, das Problem auf die bewährte Weise aller kollabierenden Imperien zu lösen - durch einen Krieg, in den eine „Koalition der Willigen“ letztlich die Unwilligen mit hineinzieht. Eine alte Methode, nur daß diesmal der Dritte Weltkrieg auf dem Spiel steht.

Was die diversen Marionetten in den Medien und der Politik, die sich an dem Propagandafeldzug gegen Syrien und den Iran beteiligen, offensichtlich nicht durchdacht haben, ist die eigentlich unübersehbare Tatsache, daß Rußland und China längst begriffen haben, daß sie, und nicht Syrien und Iran, die eigentlichen Ziele der Konfrontation sind. Und beide Nationen haben um Syrien und den Iran eine klare rote Linie gezogen, die nicht überschritten werden darf, wenn nicht eine Eskalation bis zum Dritten Weltkrieg in Gang gesetzt werden soll. Genau dies waren die Worte des an der Nationalen Verteidigungsuniversität in Beijing lehrenden Generalmajors Zhang Zhaozhong, über dessen Warnung, daß China nicht zögern würde, den Iran auch mit einem Dritten Weltkrieg zu verteidigen, im chinesischen Fernsehen berichtet wurde.

Die Zeitung China Daily warnte davor, daß - angesichts der offenen Gewaltandrohungen von seiten Washingtons und Paris’ gegen Syrien und angesichts der Positionierung eines amerikanischen Flugzeugträgers vor der syrischen Küste -, die Möglichkeit einer militärischen Intervention gegen Syrien nach dem Modell des Libyenkrieges durch die USA und ihre Nato-Partner immer größer werde. Falls Syrien angegriffen werde, könne ein Gegenschlag des mit Syrien verbündeten Iran nicht ausgeschlossen werden und das in die Enge getriebene Syrien würde wahrscheinlich mit einem Angriff gegen Israel reagieren, was wiederum zu einem eskalierenden Konflikt in der gesamten Region zu führen drohe.

Aus dem gleichen Grund verurteilten sowohl Rußland als auch China den Versuch des UN-Menschenrechtsrats, in einer Notsitzung Syrien wegen Menschenrechtsverletzungen mit harten Sanktionen zu bestrafen und vor den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) zu bringen, als Vorwand für eine militärische Intervention, die unakzeptabel sei.

Die Entsendung russischer Kriegsschiffe in den syrischen Hafen Tartus, die Entsendung des russischen Flugzeugträgers Admiral Kusnezow in Richtung der Gewässer vor Syrien (also in unmittelbare Nähe des amerikanischen Flugzeugträgers George H.W. Bush) und die mit russischer Hilfe in Syrien installierten S-300-Raketen und Jachot-Überschall-Raketen zur Verteidigung der Küsten - all dies sind Elemente der deutlichen Botschaft, daß Rußland eine Militärintervention gegen Syrien nicht unbeantwortet lassen wird und die gerade wegen ihrer Deutlichkeit ein Versuch der Kriegsvermeidung ist.

Der russische Außenminister Lawrow erklärte die russische Position in einem Treffen mit arabischen Botschaftern und beschuldigte Nachbarländer Syriens, die Aufständischen mit Waffen zu versorgen und gezielt gegen die syrischen Streitkräfte einzusetzen. Russische Medien berichteten außerdem über Szenarien, nach denen ein Angriff gegen Syrien von saudi-arabischem Territorium aus vorbereitet würde.

In Wirklichkeit hat auch der Krieg gegen den Iran bereits mit Sabotageakten begonnen, wie z.B. die Explosion in der Stadt Isfahan, in der eine Uranfluoridgas-Fabrik explodierte. Mithilfe von Zentrifugen wird dieses Gas dazu verwendet, Uran anzureichern. Die Regierung des Iran dementierte die Explosion, aber die Londoner Times berichtete von Videoaufnahmen und Zeugen vor Ort, die bestätigten, daß bereits die zweite solche Explosion innerhalb eines Monats stattgefunden habe, was Spekulationen nähre, daß iranische militärische und Atom-Anlagen bereits angegriffen würden.

Vor zwei Wochen hatte eine Bombe außerhalb Teherans 30 Mitglieder der Revolutionären Garden und den Chef des iranischen Raketen-Verteidigungsprogramms, General Hassan Moghaddam, getötet. Das war die Vorgeschichte des Übergriffs auf die britische Botschaft durch iranische Studenten, was von den Medien natürlich nicht erwähnt wurde. Lediglich der Stern warnte, daß der Westen ein Spiel mit dem Feuer treibe, das im Krieg enden könne.

Wenn man dann noch die Aktivierung des Raketenfrühwarnsystems bei Kaliningrad durch Präsident Medwedjew im Zusammenhang mit der Installation der Europäischen Raketenabwehrsysteme in Osteuropa, hinzunimmt, sowie die Reaktionen Chinas auf die „auftrumpfende Konfrontationsstrategie“, die Obama bei seiner jüngsten Asienreise an den Tag gelegt habe, und die Äußerung chinesischer Offizieller, daß China den Versuch, seine existentiellen Interessen zu beschneiden, militärisch zurückweisen würde - dann muß jedem klar sein, wie explosiv die Lage ist. Und wie General Wesley Clark in seinem Buch Winning modern Wars ausführt, geht die Strategie gegen Libyen, Syrien und den Iran auf Pentagon-Pläne der neunziger Jahre zurück, sie hat also nichts mit „Rebellen“ von heute zu tun.

Die Welt steht heute am Rande des Dritten Weltkrieges, bei dem vielleicht niemand übrigbleiben würde, der noch untersuchen könnte, wie es dazu kam. Eines ist jedenfalls sicher: Europa kann es sich nicht leisten, noch einmal in eine Farce wie die „humanitäre“ Intervention in Libyen hineingezogen zu werden. Bei einem Angriff auf Syrien oder den Iran würden auf jeden Fall die Todesglocken für die menschliche Zivilisation zu läuten beginnen.

Die akute Kriegsgefahr kann nur überwunden werden, wenn ihr eigentlicher Grund beseitigt wird - die Zusammenbruchskrise des transatlantischen Finanzsystems. Wenn die Zentralbanken die Pleite neuer Lehman Brothers nur noch durch massives Fluten der Märkte mit Liquidität verhindern können und damit ein Strohfeuer für einen Tag erzeugen, wie geschehen in der letzten Woche, dann ist das Ende der Fahnenstange erreicht.

Die Euro-Zone steht vor der Desintegration, und leider sind alle derzeit offiziell zirkulierenden Szenarien völlig ungeeignet, das Problem bei der Wurzel zu packen. Bundeskanzlerin Merkels Absicht, auf dem EU-Gipfel am 9. Dezember eine Fiskalunion durchzusetzen, mit „harten Durchgreifrechten“ gegen Haushaltssünder, ist ein Kamikazeakt, der die Realwirtschaft und den Lebensstandard der Bevölkerung im Interesse eines weitgehend virtuellen Bankensystems opfern will. Was auch immer zwischen Merkel und Sarkozy am Montag vereinbart wird, die kleineren Länder schauen längst mit Argwohn auf das Duo „Merkozy“. Die Banken drohen im Vorfeld, entweder es komme zu einer umfassenden Fiskalunion oder nach dem 9. Dezember drohe ein echter Run auf die Banken.

In der Zwischenzeit spielen Banken, Regulatoren und Exportfirmen wie z.B. der Reisekonzern TUI , der Schweizer Roche-Konzern oder die weltgrößte elektronische Devisenhandelsplattform Icap laut eigenen Angaben seit Monaten den Übergang auf den reibungslosen Handel von Euro und Dollar zu Drachmen und anderen nationalen Währungen durch.

Leider ist nicht zu erwarten, daß der EU-Gipfel die Einsicht hat, die einzig mögliche Lösung zu verwirklichen, aber hier ist sie:

Es muß zugegeben werden, daß nicht zusammengewachsen ist, was nicht zusammenwachsen konnte. Der Euro war von Anfang an eine Fehlkonstruktion, weil er den ideologischen Zweck verfolgte, das wiedervereinte Deutschland in das Korsett der EU-Integration zu zwingen und wirtschaftlich zu schwächen, was er auch getan hat. Nutznießer des Euros war nicht die deutsche Wirtschaft allgemein, sondern nur die multinationalen Exportfirmen, während der Binnenmarkt, die meisten mittelständischen Betriebe, die Kaufkraft und die Sozialsysteme die Leidtragenden waren.

Die Booms der Nachholstaaten haben sich als monetäre Blasen herausgestellt und eine Arbeitslosigkeit vor allem unter Jugendlichen von bis zu 50% erzeugt. Der Versuch, ganz Europa unter eine Schuldenbremse und harte Durchgreifrechte zu zwingen, wäre eine Wiederholung der Fehler Brüningscher Sparpolitik, mit ähnlich katastrophalen Folgen. Allgemeine Armut, Verzweiflung der Menschen und soziale Aufstände wären die mindesten Folgen. Nichts würde der akuten Kriegsgefahr entgegengesetzt.

Deshalb beschließen die Regierungen eine Rückabwicklung des Euro, die Wiedergewinnung der souveränen Kontrolle über die eigenen Währungen und Haushalte.

Da immer weitere Rettungspakete für „systemische“ Banken nur die Hochrisikospekulation perpetuieren, wird umgehend ein Trennbankensystem eingeführt, bei dem nur die Geschäftsbanken staatlichen Schutz genießen. Die Investmentbanken und Vehikel aller Art müssen ohne den Zugriff auf Spareinlagen der Bürger zurechtkommen und gegebenenfalls Insolvenz anmelden.

Ein neues Kreditsystem muß umfangreiche Kreditlinien für Investitionen in Projekte zur Verfügung stellen, die die Produktivität der Wirtschaft nach den Prinzipien der physischen Ökonomie erhöhen und so produktive Vollbeschäftigung erzeugen. Nur so kann der gesellschaftliche Reichtum geschaffen werden, aus dem Renten, Spareinlagen und andere legitime Ansprüche des bisherigen Systems finanziert werden können. Im Falle der jetzt drohenden Hyperinflation wären alle diese Kategorien verloren.

Es wird ein neues Kreditsystem für die Verwirklichung multinationaler Projekte im Laufe der nächsten 50 bis 100 Jahre zwischen souveränen Republiken beschlossen, zu denen z.B. ein Marshall-Plan für den Aufbau der südeuropäischen Nationen ebenso gehört wie die Industrialisierung Afrikas oder der Ausbau der Eurasischen Landbrücke.

Die Nationen Europas richten sich mit diesem Konzept an die USA, Rußland, China, Indien und andere Nationen mit der Absichtserklärung, zusammen eine wirkliche Friedensordnung für das 21. Jahrhundert zu verwirklichen.

Es gibt also eine Alternative! Helfen Sie uns, diese zu verwirklichen!

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