Jimmy Carter warnt vor Krieg gegen Iran
26. April 2012 • 10:26 Uhr

Der ehemalige amerikanische Präsident Jimmy Carter warnte bei einer Veranstaltung von Nobelpreisträgern in Chicago vor einem Krieg gegen den Iran. Er sei nicht gegen einen unumgänglichen Konflikt, aber das Kriterium für einen „gerechten Krieg“ werde meistens nicht erfüllt.

Krieg sei das letzte Mittel, wenn alle nur erdenkbaren friedlichen Wege der Konfliktbeilegung erschöpft seien. Zudem müsse die Situation nach einem Waffengang definitiv besser und nicht schlechter sein, die Bevölkerung den Krieg als gerecht ansehen und der Grad der Gewaltanwendung im Verhältnis zum erlittenen Unrecht stehen. „Das schließt offensichtlich unsere Politik ‚vorbeugender‘ Kriege aus.“ Carter beklagte die Tatsache, daß sich die Vereinigten Staaten in den vergangenen 60 Jahren fast permanent im Krieg befunden habe, vom Koreakrieg über Vietnam, Kambodscha, bis Jugoslawien, Irak und Afghanistan. „Und jetzt sinnen wir schon wieder über einen neuen Krieg nach – möglicherweise gegen Iran.“ Die meisten dieser Kriege seien keine ‚gerechten Kriege‘ gewesen und viele vollkommen unnötig. Carter sagte auch, er wünsche, die USA würden sich als Weltmeister des Friedens gebärden und als die generöseste Nation, wenn es darum ginge, den Welthunger zu bekämpfen.

Die Rede, in Obamas Heimatstadt Chicago gehalten, war ein Schlag ins Kontor des jetzigen Präsidenten. Denn dieser hat gerade eine neue präsidentielle Verordnung erlassen, nach der ein von ihm ausgewähltes Team weltweit nach „Menschenrechtsverletzungen“ fahnden soll, um einen Vorwand für neue Kriegsabenteuer zu erhalten.





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