Rettung der Eurozone? Es sind die Banken, Dummkopf!
30. April 2012 • 18:52 Uhr

Statt das bankrotte Finanz- und Eurosystem mit Bankentrennung vollständig zu reorganisieren, fordern die Finanzinstitutionen immer mehr Rettungspakete und mörderische Austerität. Letzte Woche ließ die EZB die Katze aus dem Sack, räumte ein, daß die Eurokrise eigentlich eine Bankenkrise ist, und forderte offen die Einrichtung eines europäischen Bankenrettungsfonds. Bei einer EZB-Veranstaltung in Frankfurt letzte Woche sagte EZB-Vizechef Vitor Constancio: „Die nächste Stufe ist nun, so weit wie möglich in Richtung eines harmonisierten paneuropäischen Regimes zur [Banken-]Stützung zu gehen.“ Und weiter: „Auch für die größten systemrelevanten Banken - es gibt etwa 36 Großbanken - brauchen wir wirklich einen Stützungsfonds, weil das der einzige Weg ist, die heikle Frage der Lastenverteilung in einer Krise zu lösen.“

Bezahlen sollen natürlich die Steuerzahler, aber wenn das nicht reicht? Die Gelddruckmaschine wird weiter heiß laufen, da es bei der Rettung um Billionen geht. In seinem halbjährlichen Bericht zur globalen Finanzstabilität, der vor dem Washingtoner IWF-Weltbank-Treffen vom 20.-22.4. erschien, warnte der IWF vor einer akut drohenden Kernschmelze von Banken der Eurozone im Umfang von 2,87 Bio.€ (etwa 10% ihrer Vermögenswerte). Ein hochrangiger Beamter eines Finanzministeriums sagte einem Vertreter der Nachrichtenagentur EIR am Rande des Treffens jedoch, in einem früheren Entwurf des Papiers sei die Zahl der faulen Schulden bei europäischen Großbanken noch viel höher angegeben gewesen - in diesem Jahr mindestens 6,8 Bio.€ (9 Bio.$) zur Rettung privater europäischer Banken.

Das Finanzsystem ist am Ende! Deshalb hilft nichts als die sofortige Anwendung des Trennbankensystems nach dem Glass-Steagall-Standard – bevor die unbegrenzte Bankenrettung auf der europäischen Ebene durch den ESM, seine weiteren Ableger und den Fiskalpakt nochmals ausgeweitet und mit diktatorischen Mittel durchgezogen wird. Es gibt keinen Grund dafür, daß faule Schulden immer weiter, mit Mitteln der Steuerzahler und durch hyperinflationäres Gelddrucken finanziert und durch neue Hebelmechanismen (wie durch den ESM) beständig vergrößert werden sollen. Staatlichen Schutz darf es nur für reguläre Bankgeschäfte geben!