Tremonti für Glass-Steagall: "Es ist eine Minute vor 12"
6. Juni 2012 • 18:21 Uhr

Vor Studenten des Collegio di Milano forderte der frühere italienische Wirtschaftsminister Giulio Tremonti am 5.6. erneut eine Bankentrennung nach dem Glass-Steagall-Vorbild als Teil eines "Notausgangs" für die Krise. Er warnte auch vor einer "Hyperinflation" wie in Weimar, die viel näher sei, als die meisten sich das vorstellten. Es sei "eine Minute vor 12". Damit greift Tremonti auf, was Lyndon LaRouche vom 26.5. in einer Pressemitteilung erklärt hatte: "Spaniens Kollaps – das transatlantische System ist am Ende. Der Glass-Steagall-Moment ist da!"

Um das System zu retten, habe man die Banken mitsamt ihrer Spekulation gerettet, ohne Bedingungen. "Zwei Jahre später greift das Bankensystem die Nationen mit Geldern an, die es vom Staat erhalten hat." Das schlimmste sei keineswegs vorbei, sondern vor uns: "Weimar ist ein Szenario, das viel näher liegt, als man sich vorstellt". Der Geldwert könnte wie 1923 zerstört werden und politische Alpträume mit sich bringen. Tremonti zeigte, so berichtet "Il Giornale.it" , "eine beeindruckende Graphik" mit der Beziehung zwischen realen Produktionsvorgängen und Derivatgeschäften. Nach der Krise 1929 habe Franklin D. Roosevelt die Investmentbanken von den Geschäftsbanken abgetrennt, was erst kürzlich abgeschafft wurde – unter Clinton in den USA und von Mario Draghi [dem heutigen EZB-Chef] in Italien während der 90er Jahre.

Zu Griechenland sagte Tremonti, 400 Mrd. von der EU seien in die Banken geflossen. Hätte Griechenland das Geld für die reale Wirtschaft eingesetzt, gäbe es heute dort einen Boom.