China investiert in Wasserprojekte im Iran und Pakistan
14. Juni 2012 • 11:13 Uhr

Der Iran arbeitet derzeit an der Umsetzung eines umfassenden nationalen Wasserplans, und verhandelt dazu über Investitionen chinesischer Einrichtungen im Umfang von umgerechnet bis zu 10 Mrd.$, erklärte Irans Energieminister Majid Namjoo am 10. Juni. Teheran habe ein Abkommen mit China geschlossen, das es China erlaube, Wasserprojekte zu finanzieren, um Bewässerungs- und Drainage-Netze unterhalbiranischer Staudämme zu renovieren oder neu zu bauen. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Mehr.

Diese Systeme seien nur ein Teil des nationalen Wasserplans, sagte Namjoo. Ein bedeutendes Projekt unter den vorgeschlagenen Investitionen im Gesamtvolumen von 73 Mrd.$, das jedoch noch nicht genehmigt sei, sei es, Wasser aus dem Kaspischen Meer zu entsalzen und eine Pipeline für entsalztes Wasser aus dem Norden des Iran ins Landesinnere zu bauen. Diese Wasserleitung würde entlang bereits bestehender Ölpipelines gebaut und vor allem durch den Verkauf von Aktien des Chatam Al-Anbiya-Baukonzerns finanziert werden. In der ersten Phase des Projektes soll Wasser von der Stadt Sari in der Provinz Mazandaran nach Südosten in die Provinz Semnan gepumpt werden. Die fertiggestellte Pipeline würde jährlich 500 Mio. m3 entsalztes Wasser aus dem Kaspischen Meer in den Zentraliran leiten und so die Bewässerung von zusätzlichen 2 Mio. ha Agrarland ermöglichen.

In Pakistan schloß die Kapitalentwicklungsbehörde von Islamabad ein Abkommen mit der China Machinery Engineering Company, eine Wasserleitung vom Indus nach Islamabad und Rawalpindi zu bauen, in denen extreme Wasserknappheit herrscht, berichtete die Daily Times am 5. Juni. Die chinesische Regierung wird das Projekt mit Investitionen 1,2 Mrd.$ über 20 Jahre vollständig finanzieren.

Die Leitung wird nach ihrer Fertigstellung jährlich rund 750.000 m3 Wasser liefern. Islamabad hat derzeit jährlich 360.000 m3 Wasser zur Verfügung, das ist jedoch nur die Hälfte des Bedarfs, weitere 400.000 m3 werden benötigt, und darin ist der Bedarf des benachbarten Rawalpindi noch nicht berücksichtigt. Dieses Wasser wird durch die Margalla-Berge geleitet, was die Kosten reduzieren wird, die derzeit durch das Pumpen von Wasser nach Islamabad entstehen. Das zusätzliche Wasser wird auch dazu dienen, den Grundwasserspiegel wieder anzuheben.