Britische Finanzfraktion für Glass-Steagall: LaRouche hatte Recht!
7. Juli 2012 • 18:26 Uhr

Lesen Sie hierzu bitte auch: Weitere Stimmen für Glass-Steagall in Großbritannien und USA - wer steht in Deutschland auf der Leitung?

In Großbritannien ist offenbar ein wichtiger Teil des Establishments zu der Überzeugung gelangt, daß die Einführung des Glass-Steagall-Trennbankensystems für sie die einzige Chance darstellt, zu überleben und ihre Interessen zu schützen. Lyndon LaRouche sagte am Freitag, offenbar gebe es in London Leute, die intelligent genug seien, jetzt einzusehen, dass er mit seiner Forderung nach Glass-Steagall Recht gehabt habe. Das System sei bereits implodiert. LaRouche unterstrich, jede Reform müsse die physisch-produktive Wertschöpfung als Kriterium in den Mittelpunkt rücken und zum Standard wirtschaftlicher Entscheidungen machen. Das monetaristsche System sei endgültig am Ende. Nur auf dieser Basis könne eine Reform gelingen und der drohende Absturz in die Katastrophe verhindert werden.

Am 3. Juli hatte ein Editorial der Financial Times die Einführung von Glass-Steagall gefordert, begleitet von anderen Stimmen, wie z.B. von Peter Hambro (von der früheren britischen Handelsbank Hambros), Lord Myners (Banker und ehemaliger Minister für Finanzdienstleistungen in der Labour Regierung von Gordon Brown) oder Terry Smith, einem führenden Banker der City.

Lord Myners (im Vorstand des von Lord Jacob Rothschild geleiteten Investmentfonds RIT Capital Partners PLC und Vorsitzender der Guardian Media Group) sagte in einem Interview am 4. Juli in Channel 4 News, das Vickers-Modell des "ringfencing" reiche absolut nicht aus. Bob Diamond habe dies im Fall von Barclay's selbst zugegeben. Myners: "Wir brauchen die volle Trennung, die als Glass-Steagall-Modell bekannt ist".

Lord Hambro (jetzt Vorsitzender von Petropavlosk, der zweitgrößten privaten Goldminenfirma in Russland), sagte am 6. Juli in einem Interview mit dem Evening Standard, Geschäftsbanken, die der Realwirtschaft Kredite geben, sollten ihre Einlagen durch eine Regierungsgarantie abgesichert bekommen. Aber die Handels- bzw. Investmentbanken sollten in vollem Umfang selbst haftbar sein. Früher seien diese Banker genau deswegen vorsichtiger gewesen. Heute kämen die meisten Probleme daher, daß die Investmentbanker sich an den Einlagen der Geschäftsbanken bedienen könnten. "Sie verlieren gar nichts – und diese Kultur hat die Geschäftsbanken infiziert. Sie haben nie zusammengehört und jetzt sollten sie völlig voneinander getrennt werden."

Ben Chu, Wirtschaftsredakteur des Independent, schrieb in seinem Blog "Eagle Eye" am 4. Juli einen Artikel unter der Überschrift "Trennt die Banken – und zwar richtig!" Der Barclays-Skandal beweise mit überwältigender Klarheit, daß man die volle Bankentrennung brauche und nicht die halbherzigen Schritte der Regierung. "Das ringfencing-System der Vickers-Kommission beruht darauf, daß Individuen eine Trennung von Bankenfunktionen respektieren, die das Parlament verordnet hat: glaubt irgend jemand ernsthaft, daß ein System, das vor allem auf dem guten Willen von Investmentbankern beruht, ausreicht, Sparer und Steuerzahler vor weiteren Bankenkrisen zu bewahren? Denkt irgend jemand ernsthaft, es sei eine gute Idee, diesen Personen irgendeine Rolle dabei zuzugestehen, die Ersparnisse der normalen Bevölkerung zu sichern?"

Und heute verlangte der konservative Journalist Dominick Sandbrock in der Daily Mail ebenfalls die Einführung von Glass-Steagall. Nach einer Analyse des LIBOR-Skandals schreibt er: "Was wir deshalb brauchen, ist jemanden, der den Kapitalismus rettet – und die City vor sich selbst. Ein gutes Modell wäre Franklin D. Roosevelt während der Großen Depression." Dieser habe bei seinem Amtsantritt 1933, als die Wirtschaft am Boden lag, das Glass-Steagall-Bankengesetz erlassen, das exzessive Bankenspekulation begrenzte und de facto die Einlagen des größten Teils der Bevölkerung versicherte, und ein Jahr später die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) geschaffen. "Wenig überraschend gab es empörte Aufschreie an der Wall Street. Aber in den folgenden Jahrzehnten wurden viele der Exzesse abgeschafft, so daß der westliche Kapitalismus florierte, und normalen Amerikanern die Möglichkeit gab, sich der neuen Annehmlichkeiten einer wohlhabenden Gesellschaft zu erfreuen."

Sandbrock schreibt dann: "Natürlich gibt es große politische Risiken, wenn man sich mit solchen Kapitalinteressen anlegt. Der Patrizier Roosevelt wurde von vielen als Verräter an seiner Klasse geschmäht, obwohl er mehr als jeder andere getan hatte, um das kapitalistische System zu retten. "Es gibt jedoch Zeiten, in denen die öffentliche Meinung und das nationale Interesse verlangen, daß sich Politiker in die Nesseln setzen."

Für die USA könnten diese Entwicklungen, so LaRouche, die Möglichkeit eines vorzeitigen Endes der gegenwärtigen Obama-Regierung bedeuten. Der Präsident, Finanzminister Geithner und Fed-Chef Bernanke stemmen sich mit allen Mitteln gegen das wachsende Momentum für die Wiedereinführung von Glass-Steagall. Genau das scheint bestimmten Finanzkreisen jetzt nicht mehr zu gefallen.

Lyndon Larouche hatte im April in seiner Schrift Time for Glass-Steagall in Britain? die Vertretern der City of London gewarnt, daß ihr Empire auf keinen Fall - auch nicht durch einen thermonuklearen Krieg - zu retten sei und sie besser daran täten, sich der Bewegung für die Einführung des Glass-Steagall-Standards anzuschließen.





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