Das Gebot der Stunde: Glass-Steagall und Euroaustieg
10. Juli 2012 • 19:04 Uhr

Roger Bootle (Capital Economcis) und regelmäßiger Kommentator im Daily Telegraph setzte sich am 8. Juli für die Glass-Steagall-Bankentrennung ein. Bootle hat interessanterweise gerade den hochdotierten Wolfson-Preis für eine Arbeit darüber gewonnen, wie ein Land sich aus der Eurozone zurückziehen kann. Der Titel der Arbeit: “Den Euro verlassen: ein praktischer Führer”. In seinem Kommentar im Telegraph am 8. Juli schreibt er: “Was wir brauchen, ist die völlige Trennung der [Finanz-]Institutionen, und damit verschiedener Kulturen. Mit anderen Worten, die Wiedereinführung der Trennung, die in den USA durch das Glass-Steagall-Gesetz geschah.”

Die Financial Times, die am Sonntag sogar ein 5-minütiges Video über Bankentrennung (in: “John Authers Morning Note: Let's talk about the banks”) veröffentlichte, verlangte heute erneut die Einführung von Glass-Steagall mit der Bemerkung: “Der Libor-Skandal demonstriert, daß Großbritannien sowohl eine kulturelle als auch politische Revolution im Bankwesen braucht.”

Und Robert Reich, früherer Arbeitsminister unter Clinton schrieb am 8. Juli einen Beitrag im Guardian unter dem Titel “Die Verbindung der Wall Street mit LIBOR”. Mit diesen Praktiken hätten die Banken eine “Abzockerei von fast kosmischer Größenordnung begangen – Billionen von Dollar, die normale Leute ansonsten an Zinsen erhalten oder bei Krediten gespart hätten. All das ging statt dessen an die Banker”. “Auch in den USA könnte es an den Punkt kommen, wo Amerikaner anfangen, politisch zu handeln statt wütend zu sein. Man sollte sich daran erinnern, daß die Rettungspakete für die Wall Street sowohl die Tea Party als auch die Occupy-Bewegung hervorbrachten. In ganz Amerika hört man die wachsende Forderung nach der Wiedereinführung von Glass-Steagall und einer Aufspaltung der größten Banken. Vor noch nicht allzu langer Zeit schlug die Dallas Federal Reserve – nicht gerade bekannt als eine Bastion der Radikalität – vor, die größten Banken sollten verkleinert werden, weil sie zu groß geworden sind, um reguliert zu werden.”