Bildung für die Jugend statt Rettung bankrotter Eurobanken!
31. Juli 2012 • 14:24 Uhr

Neben den anderen brutalen Kürzungen des Lebensstandards stehen jetzt auch die Universitäten in Griechenland auf der Abschußliste. Die griechische Regierung hat ein Gesetz im Parlament vorgelegt, wonach sie dutzende von Universitäten schließen kann, um so Geld im Haushalt zu sparen. Am Dienstag wird sich ein Parlamentsauschuss damit befassen und es wird damit gerechnet, daß das Gesetz durchkommt. Laut Presseberichten heißt es darin, daß Universitäten geschlossen werden können, "wenn sich das in Übereinstimmung mit den Notwendigkeiten der nationalen Wirtschaft befindet." Der griechische Erziehungsminister Costas Arvanitopoulous sagte gegenüber Mega-TV: "Es ist für ein Land [wie Griechenland] mit einer Bevölkerung von 11 Millionen unmöglich, sich 40 Universitäten zu leisten, wenn andere Länder, wie Israel nur sechs oder sieben haben." Damit akzeptiert die griechische Regierung die Idee, daß die junge Bevölkerung nicht ausgebildet werden und sich Griechenland keine Zukunft leisten kann.

Ähnlich sieht es in Italien aus. In einer Presseerklärung von Liliana Gorini, Vorsitzende der Movimento Solidarieta, geht sie neben anderen Auswirkungen der Kürzungen durch die Monti-Regierung auch auf die Tatsache ein, daß der Dante-Lehrstuhl in Florenz dichtgemacht wird – ausgerechnet in der Heimatstadt des Mannes, der die italienische Sprache begründete! Laut Prof. Riccardo Bruscalgi, Dekan der Literaturfakultät, fallen der Sparpolitik der Monti-Regierung 400 Mio. € im Universitätsbudget zum Opfer. Nur 1/5 der Professorenstellen, die aus Altersgründen ausscheiden, werden neu besetzt – was zu einem massiven Einbruch in Forschung und Lehre führt. Nachdem die zwei führenden Dante-Spezialisten, die bis vor fünf Jahren den Lehrstuhl innehatten, mittlerweile verstorben sind, wird es in Florenz keine Dante-Lehre mehr geben. Der Dekan sagte dazu, Dante habe in der Hölle seiner unsterblichen "Göttlichen Komödie" zwar keinen "Technokraten-Kreis" vorgesehen. Er könne sich aber vorstellen, daß jemand wie Monti in den Kreis derer gehörten, die Gewalt gegen Menschen und Sachen begehen. Von einer Professorenregierung hätte man mehr Aufmerksamkeit für Forschung und Lehre erwartet.

Jetzt ist das genaue Gegenteil der oligarchischen Politik nötig, für die die menschliche Intelligenz und Schöpferkraft ohnehin das größte Ärgernis ist. Nach der notwendigen Bankentrennung ("Glass-Steagall") und einer staatlichen Kreditpolitik für große Projekte brauchen wir eine Aufbau- und Entwicklungspolitik, die das schöpferische Potential jedes einzelnen Bürgers entwickelt. Das ist die einzige Quelle des Reichtums! Lesen Sie dazu unser "Wirtschaftswunder"-Programm für Südeuropa, den Mittelmeerraum und Afrika und verbreiten Sie es so weit wie möglich. http://www.bueso.de/wirtschaftswunder