Argentiniens Botschaft an Europa: Ihr könnt die Krise überwinden ohne eure Bürger zu opfern
1. August 2012 • 18:35 Uhr

Mit der Zahlung der letzten Rate der Boden 2012 Bonds im August werde Argentinien das „letzte Kapitel seiner Finanzkrise von 2001/2002“ beschließen und die „ökonomische Unabhängigkeit“ wiedererlangen, verkündete Finanzminister Hernan Lorenzino am 28. Juli. Gegenüber der Zeitung Tiempo Argentino sagte Lorenzino, dieses beweise, daß eine Schuldenreduzierung ohne soziale Einschnitte möglich sei.

Die Boden 2012 Bonds waren an Sparer ausgegeben worden, deren Sparguthaben 2001 vom Finanzminister der letzten Globalisierungsregierung Argentiniens, Domingo Cavallo, angesichts der Zahlungsunfähigkeit des Landes im sogenannten „corralito“ (Ställchen) eingefroren worden waren. Die folgenden Regierungen von Präsident Nestor Kirchner und seiner Nachfolgerin und Witwe Cristina Fernandez de Kirchner haben in ihren Bemühungen die Souveränität Argentiniens wiederherzustellen auch die Verpflichtung übernommen, den Sparern die unter Cavallo konfiszierten Guthaben zu ersetzen. Die in US-Dollar nominierten Bonds liefen über zehn Jahre und wurden nach zwei tilgungsfreien Jahren in acht Tranchen bezahlt.

Hinsichtlich der gegenwärtigen europäischen Krise, betonte Minister Lorenzino, der „große Unterschied ist, daß wir die Bankrestriktionen des Corralito aufhoben und zur gleichen Zeit die Arbeitslosigkeit und die Sterberate senkten. Wir haben im Unterschied vor neun Jahren die Beschäftigung deutlich gesteigert, wir haben 4,5 Millionen Arbeitsplätze geschaffen, ein umfassendes Kindergeld eingeführt und ein soziales Netz für die Bedürftigsten errichtet. Und das schafften wir ohne auf einschneidende Sparmaßnahmen zurückzugreifen sondern allein durch Wachstum. Es gibt einen Weg, die Krise zu überwinden, der ganz anders aussieht als jener, den die internationalen Organisationen immer noch den Krisenländern aufzwingen. “ Der Minister bekräftigte auch den Vorsatz, nie wieder - wie in den neunziger Jahren - laufende Staatsausgaben mit Krediten zu finanzieren.

Das argentinische Modell kann den notleidenden Staaten Südeuropas tatsächlich helfen. Es ist die Alternative zum Todsparkurs der Troika. Aus einer Krise muß man sich herausarbeiten und nicht weiter hineinsparen! Viva Argentina!





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