Rußland forciert Ausbau arktischer Infrastruktur
10. August 2012 • 13:00 Uhr

Rußland plant den Bau eines neuen Hafens an der nördlichen Seeroute (NSR) bei Sabetta am Ob-Busen, um die Erschließung der umfangreichen Erdgas-Lagerstätten im Bereich der Jamal-Halbinsel zu befördern, kündigte Transportminister Maxim Sokolow an. Es handle sich um ein gemeinsames Projekt mit der Novatek AG, Rußlands zweitgrößtem Energieunternehmen, die die Erschließung der Erdgasfelder betreiben werde. Der Hafen soll über eine große Gasverflüssigungsanlage mit einer Kapazität von mehr als 30 Millionen Tonnen pro Jahr verfügen.

Gleichzeitig hat Nikolaj Patruschew, Sekretär des russischen Sicherheitsrates, die Schaffung von zehn Not- und Flugrettungszentren entlang der NSR angekündigt, angefangen mit dem Bau eines Zentrums in Dudinka im Jahr 2012, nahe des Norilsk-Komplexes am Jenissei. Und im Jahr 2013 folge die Errichtung eines weiteren Zentrums in Murmansk auf der Kola-Halbinsel. Drei dieser Zentren werden in Tschukotka und am Fluß Anadyr im fernöstlichen Teil der Route gebaut. Die anderen sieben werden bei Archangelsk und Narjan Mar im westlichen Teil sowie in Tiksi an der Lenamündung gebaut. 974 Mitarbeiter werden in diesen Komplexen stationiert werden, 590 von ihnen im Land- und Seerettungsbereich und 384 in Luftrettungseinheiten.

Dies stellt erst den Beginn der Erschließung der arktischen Regionen dar, wie sie von der Putin-Administration geplant wird. Große Infrastrukturprojekte, der Bau von Eisenbahnverbindungen und die Anschaffung neuer Eisbrecher und Allwetterfahrzeuge werden folgen. Das wurde jüngst von Präsident Putin bei einer Vorstandstagung der Russischen Geographischen Gesellschaft am 6. August hervorgehoben, als er die Bedeutung der Beseitigung von Altlasten aus der sowjetischen Militärzeit im Franz-Josef-Land unterstrich und auf die Ergebnisse einer arktischen Expedition einging, die wichtige Daten zur verbesserten Wettervorhersage für den kommenden Winter gesammelt hat.

Mit der Expedition wurden Forschungen wiederaufgenommen, die länger als ein Jahrzehnt unterbrochen waren. Dazu gehörte das Messen von Temperaturen, Salzgehalt und Wettercharakteristiken in der Barentssee, wie der Leiter des russischen Dienstes für Hydrometeorologie, Alexander Frolow ausführte. Die Expedition habe 130 hydrologische Stationen errichtet und über 8000 Proben von Wasser, Erde, Luft und Bioressourcen gesammelt. Putin forderte, daß solche Expeditionen alljährlich durchgeführt werden sollten.