USA: Weitere Stimmen für Glass-Steagall
15. August 2012 • 12:52 Uhr

David Stockman, der in der Amtszeit des republikanischen Präsidenten Ronald Reagan von 1981-1985 das dem Weißen Haus unterstehende Office of Management and Budget (OMB) leitete, forderte am 14.8. in der New York Times eine Rückkehr zu Glass-Steagall und griff das republikanische Kandidatenpaar Romney-Ryan wegen ihrer leeren Rhetorik an. Stockman war auch als Finanzinvestor tätig und dürfte daher selbst genügend Einsichten in die Praktiken der Wall Street haben.

"Es besteht keine Hoffnung auf die Rückkehr zu einem dynamischen Kapitalismus, bevor bei der Federal Reserve nicht gründlich saubergemacht wird und eine endgültige Absage an die Zinsratenmanipulation, Anleihenaufkäufe und immer wiederkehrenden Rettungspaketen für die Spekulanten der Wall Street erfolgt. .. Schluss mit 'too big –to-fail'. Diese Banken sind zu groß, um zu existieren – intern können sie nicht gemanagt und von außen nicht reguliert werden. Sie müssen per Regulierungsdekret aufgebrochen werden. Während das Romney-Ryan-Ticket die nutzlose Dodd-Frank-Regulierung angreift, brauchen wir stattdessen eine Wiederherstellung von Glass-Steagall – der Gesetzgebung der Großen Depression, die die Aktivitäten der Geschäfts- und Investmentbanken voneinander trennte."

Stockman attackierte auch "den neokonservativen Imperialismus, den sich die GOP [Republikanische Partei] aus den Politischen Salons eines Irving Kristol und seiner ex-Trotzkisten vor drei Jahrzehnten zusammengeschustert hat."