Israelischer Ex-Verteidigungsminister Shaul Mofaz greift verantwortungsloses Verhalten von Netanjahu an
21. August 2012 • 13:50 Uhr

Die israelische Tageszeitung Ha’aretz berichtete am 20.8. über einen Brief des Oppositionsführers und früheren Verteidigungsministers, Gen. (ret.) Shaul Mofaz an Ministerpäsident Netanjahu. Mofaz, der Vorsitzender der Kadima-Partei ist, fordert in seinem Brief ein dringliches Treffen mit dem Ministerpräsidenten über den Iran und Netanjahus „Absicht, Israel in den Krieg“ zu führen. Mofaz fügte ein klassifiziertes Dokument bei, das er auch an Verteidigungsminister Ehud Barak, Justizminister Yehuda Weinstein und den Vorsitzenden des Außenpolitischen- und Verteidigungsausschusses der Knesset sandte. Darin sollen eine Reihe von Fragen zur israelischen Bereitschaft für einen Krieg gegen den Iran und die Beziehungen zu den USA enthalten sein, so das Armee-Radio.

Der Kadima-Vorsitzende beschuldigte in seinem Brief Ministerpräsident Netanjahu und seine führenden Minister, „rote Linien zu überschreiten“ und sich der Diskussion wichtigster sicherheitsbezogener Fragen in der Öffentlichkeit zu verweigern. Dieses Verhalten sei „für Ihre Regierung schon zur Gewohnheit geworden,“ so Mofaz. Was immer für dieses Verhalten die Motive seien, sie dienten nicht dem israelischen Interesse. Mofaz sagte, ein israelischer Angriff auf die Nuklearanlagen des Iran würde nur begrenzte Resultate bringen, dafür aber „Verluste an Menschenleben, schweren Schaden an der Heimatfront und eine tiefe Erosion der politischen Lage in Israel. Solche Handlungsweise ist unter den jetzigen Umständen amoralisch und operational unlogisch.“

Mofaz kritisierte außerdem Netanjahu für seinen „unbeherrschten“ Angriff auf den israelischen Präsidenten Shimon Peres am Wochenende , nachdem dieser im Fernsehen seine Einwände gegen einen Angriff auf den Iran geäußert hatte. Netanjahu habe, so Mofaz, offenbar die „Kontrolle über sich und seine Gruppe anonymer Berater“ verloren. Netanjahus Hysterie offenbare „ein besorgniserregendes Bild", das auf seine "wahren gegenwärtigen Intentionen“ hindeutee.





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