Erzbischof Tutu will mit Tony Blair nicht an einem Tisch sitzen
30. August 2012 • 16:35 Uhr

Der frühere südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu hat seine Zusage zur Teilnahme an einem internationalen Gipfel zurückgezogen, weil er nicht gemeinsam mit dem „moralisch unvertretbaren“ Tony Blair auftreten will. Der Londoner Independent zitierte Tutu, der den Friedensnobelpreis für seinen Kampf gegen die Apartheid im Jahr 1984 bekommen hatte, er sei der Meinung, daß "Herr Blairs Entscheidung, die Vereinigten Staaten in ihrer Invasion des Irak auf der Basis von unbewiesenen Behauptungen über die Existenz von Massenvernichtungswaffen zu unterstützen, moralisch unentschuldbar war.“ In einer Erklärung sagte das Büro von Erzbischof Tutu:„Der Discovery Invest Summit soll 'Führung' als Thema behandeln. Moral und Führung sind unteilbar. In diesem Zusammenhang wäre es unangemessen für den Erzbischof, mit Herrn Blair gemeinsam zu erscheinen."

Der Londoner Guardian berichtet außerdem, moslemische Gruppen in Südafrika riefen dazu auf, Blair wegen Kriegsverbrechen zu inhaftieren, wenn er dort ankommt. Mustafa Darsot, ein Mitglied des South African Moslem Network Executive Committee, sagte gegenüber der Mail & Guardian-Zeitung: "Herr Blair ist mitschuldig am Mord tausender Menschen im Irak und sollte wegen Kriegsverbrechen vor Gericht gestellt werden."

Tony Blair berät gegenwärtig Präsident Obama für seine Wiederwahl.





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