Russisches Fernsehen warnt vor Eskalation zum großen Krieg
25. September 2012 • 16:30 Uhr

Die Sendung Wremja, des größten russischen Fernsehsenders Kanal 1, brachte am Sonntag abend ein siebenminütiges Segment über die akute Weltkriegsgefahr, ausgehend von einem Angriff auf den Iran. Das Video kann unter http://1tv.ru/news/world/216088 angeschaut werden. Dort heißt es unter anderem:

„Diese Woche waren im Persischen Golf Vorbereitungen zu einem möglichen Einsatz militärischer Gewalt zu beobachten. Wenn man nur die bloße Konzentration militärischen Geräts in Betracht zieht, kann man zu dem Schluß kommen, daß wir nur einen Schritt vom Krieg entfernt sind. Diese Manöver finden nahe der Straße von Hormus gerade gegenüber der iranischen Küste statt. Eine noch nie dagewesene Anzahl von Kriegsschiffen von über dreißig Nationen ist hier versammelt - amerikanische, britische, saudi-arabische … Schlachtschiffe, U-Boote, Flugzeugträger (u.a. der Nimitz-Klasse mit 70 Kampfjets an Bord). Die Teilnehmer verhehlen auch nicht die Absicht, hier eine „Show of Force“ gegenüber dem Iran abzuziehen. … Manöver von diesem Ausmaß hat es hier noch nie gegeben. Lautes Säbelrassel, angefeuert von Kriegsrethorik.“

An dieser Stelle zeigte Kanal 1 einen Video-Clip, in dem Israels Premierminister Netanyahu sagt, die „USA müssen den Iran stoppen“, eine Atomwaffe in die Hände zu bekommen, indem sie „eine klare rote Linie“ ziehen. Der Berichterstatter fügt dem hinzu: „Es ist wahr, Washington antwortete darauf, daß es selber entscheiden wird, ob irgendeine rote Linie gezogen wird. Aber Israel drängt zur Eile.“

Nachdem eine Reihe von Eventualitäten zur Sprache gebracht werden, das z. B. Israel möglicherweise die USA nicht in einen Krieg verwickeln will, solange sich dort Obama im Wahlkampf befindet, wird der Chef des IMEMO-Zentrums, Alexej Arbatow, zitiert: „Die Situation ist extrem explosiv. Ich möchte sagen, daß es sich um die gefährlichste Situation in den letzten zwanzig Jahren handelt.“

Dann wird die Rolle Saudi-Arabiens in Bezug auf den „arabischen Frühling“ und die Folgeaktionen in Ägypten und Syrien zur Sprache gebracht. Aber es wird auch betont, daß es Widerstand im amerikanischen Militär gebe. „Die Vereinigten Generalstabschefs haben keinerlei Verlangen zu einem Krieg und betonen, daß solch ein Waffengang nicht im amerikanischen Interesse sei.“ Der Sender warnt aber: „Krieg kann auch durch eine Provokation in Gang gesetzt werden.“

Die derzeitigen Manöver in der Straße von Hormus sind bereits eine Provokation und in dieser aufgeheizten Lage, reicht schon der kleinste Zwischenfall, um den großen Krieg auszulösen. Und deshalb sollte man die Warnungen des Brigadegenerals der revolutionären Garden im Iran, Amir Ali Hadschizadeh ernst nehmen, daß sich der Iran, der von sich aus keinen Krieg beginnen werde, im Falle eines akut drohenden Angriffs, doch das Recht nehme, solch einem Angriff mit einem Präventivschlag zuvor zu kommen.





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