Curiosity findet altes Flußbett auf der Marsoberfläche
2. Oktober 2012 • 12:12 Uhr

Der Marsrover Curiosity hat Beweise gefunden, daß sich einst ein reißender Bach über das Gebiet des Gale-Kraters ergoß, das nun der Rover erkundet.

Im Unterschied zu früheren Beweisen für das Vorhandensein von Wasser auf dem Mars, ist dieser Beweis - Bilder von Gestein, daß ehemalige Flußbettkiesel enthält – der erste seiner Art. Das Bild von Kieseln, die in einer Schicht von Konglomeratgestein zusammengebacken sind, erlaubt Wissenschaftlern aus der Größe und Form der Steine die Wassergeschwindigkeit zu errechnen und die Strecke zu bestimmen, über die die Kiesel vom Wasser transportiert wurden.

„Von der Größe der Kiesel, die es mitführte, können wir darauf schließen, daß das Wasser ungefähr einen Meter pro Sekunde zurücklegte und etwa knöchel- bis hüfttief war“, sagte William Dietrich von der Universität Kalifornien in Berkeley. „Eine Menge von Abhandlungen wurden über Kanäle auf dem Mars geschrieben, mit den verschiedensten Hypothesen über ihre Entstehung. Das ist das erste Mal, daß wir tatsächlich etwas über vom Wasser transportierte Kiesel auf dem Mars erfahren. Das ist der Wechsel von Spekulationen über die mögliche Größe von Flußbettmaterial hin zu einer direkten Beobachtung.“

Der abgerundete Zustand von einigen Steinen in diesem Konglomerat zeigt den langen Transport von oberhalb des Kraterrandes an, wo ein Kanal, „Peace Vallis“ genannt, in das Geröllfeld geleitet wird. Die Vielzahl von Kanälen in dem Geröllfächer zwischen dem Kraterrand und dem Konglomerat deutet an, daß der Wasserfluß permanent oder mit Unterbrechungen über sehr lange Zeit andauerte. Diese Entdeckung stammt aus der Untersuchung zweier „Hotta“ und „Link“ genannter Gesteinsaufschlüsse mit Hilfe des leistungsfähigen Teleobjektivs von Curiositys Mastkamera während der ersten 40 Tage nach der Landung. Einige dieser Gesteinsaufschlüsse waren vom Rückstoß der Bremsraketen bei der Landung von Curiosity freigelegt worden.

„Hotta sieht aus, als hätte jemand eine Gehwegplatte aufgebrochen, aber es ist wirklich Teil eines ehemaligen Flußbetts“, berichtet John Grotzinger vom California Institute of Technology in Pasadena. Die Kiesel im Konglomerat variieren von der Größe eines Getreidekorns bis hin zur Größe eines Golfballs. Einige sind eckig, aber viele sind rund.

„Die Form zeigt, daß sie transportiert wurden und die Größe sagt uns, daß sie nicht vom Wind bewegt worden sein können. Sie wurden von Wasser bewegt“, erklärt Rebecca Williams vom Planetary Science Instituts in Tucson, Arizona. Das Wissenschaftsteam wolle Curiosity benutzen, um mehr über die elementare Zusammensetzung dessen, was das Konglomerat zusammenhält, herauszufinden. Das könnte Aufschluß über die Charakteristik der wasserhaltigen Umgebung geben, die für die Ablagerungen verantwortlich war.