Vladimir Jakunin: Dialog der Zivilisationen gegen Nuklearkriegsgefahr
6. Oktober 2012 • 18:59 Uhr

Bei der gegenwärtig in Rhodos stattfindenden Konferenz des "World Public Forum - Dialog der Zivilisationen" ging Vladimir Jakunin, Gründungspräsident des Forums und Präsident der staatlichen Russischen Eisenbahnen, am 4. Oktober auf die akuelle Zuspitzung der Weltlage ein. RIA Novosti zufolge sagte Jakunin, man könne wieder mit Entwicklungen wie bei der Kuba-Krise konfrontiert werden. Unter den heutigen Bedingungen reiche es nicht aus, daß sich die Führer zweier Supermächte verständigten, um einen solchen [nuklearen] Showdown zu entschärfen. Ein Dialog der Zivilisationen sei notwendig, der offen und von gemeinsamem Respekt, Verantwortung und Vertrauen geprägt sein müsse und an dem sich auch internationale nichtstaatliche Organisationen beteiligen sollten.

Jakunin sagte: "In der Geschichte der vergangenen Jahrzehnte gab es erbitterte Konflikte in verschiedenen Teilen der Welt. 2012 sahen wir den bewaffneten Konflikt in Syrien, Aufruhr in der islamischen Welt, hervorgerufen durch den Film 'Innocence of Muslims', die Unterdrückung und Vernichtung von Christen in mehreren islamischen Ländern Afrikas, unnachgiebigen Druck auf den Iran durch mehrere westliche Staaten, angespannte Beziehungen zwischen dem Sudan und Südsudan und den Konflikt im Japanischen Meer."

Wie RIA Novosti schreibt, prangerte Jakunin auch das "systemische" Versagen des "angelsächsischen Modells" mit seinem Bestreben an, so schnell wie möglich eine "globale Welt" ohne jede Rücksicht auf den kulturellen Zusammenhang zu schaffen. "Die jetzige systemische Krise der weltweiten wirtschaftsliberalen Ordnung hat die Frage langfristiger Strategien auf die Tagesordnung gerückt: wie Souveränität, Freiheit und das Überleben des über Jahrtausende gewachsene Systems internationaler und inter-zivilisatorischer Beziehungen garantiert werden können." Um die Grundlagen für eine stabilere und gerechtere Weltordnung zu schaffen, müsse man anerkennen, dass "zivilisationsbasierte Projekte" das größte Potential hätten, "durch Dialog zur Übereinstimmung zu finden und die Grundlagen für eine stabilere und gerechte Weltordnung zu schaffen."





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