"Der Moment unserer größten Krise": LaRouche interveniert in US-Präsidentschaftswahlkampf
7. Oktober 2012 • 20:06 Uhr

Zwei Tage nach der Debatte zwischen Obama und Romney veranstaltete der amerikanische Politiker und Ökonom Lyndon LaRouche am 5. Oktober ein Internetforum über „den Moment unserer größten Krise“ und kündigte an, daß er bis zur Präsidentschaftswahl Anfang November jeweils Freitagabends weitere Foren durchführen wird, um die existentiellen Fragen der Nation zu behandeln. (In Europa mitzuverfolgen jeweils Samstags ab 2:00 Uhr morgens MESZ live über die Internetseite des LaRouche-Aktionskomitees www.larouchepac.com; anschließend aus dem Archiv abrufbar.)

Unmittelbar nach der ersten Debatte hatte LaRouche bereits gesagt, Präsident Obamas Versagen in der Wahlkampf-Debatte mit Mitt Romney sei ein Wendepunkt: „Man tut jetzt nicht mehr so, als wäre Obama der unvermeidliche Sieger dieser Wahl.“ Die Debatte sei für Obama eine völlige Katastrophe gewesen. Das habe aber nicht am Zufall oder einer schwachen Tagesleistung gelegen, sondern sei durch seinen Charakter bedingt; er werde bei anderen Gelegenheiten unter vergleichbaren Umständen genauso reagieren. Obama könne nicht damit umgehen, wenn jemand ihn inhaltlich scharf angreift, er sei zu hochmütig. Er sei bisher noch niemals in eine Lage gekommen, wo er wirklich herausgefordert wurde - weder als Kandidat noch als Präsident. „Diesmal wurde er angegriffen, und da sah er nicht besonders aus! Beim nächsten Mal wird Obama wütend zur Debatte kommen, aber er wird sich nicht ändern. Er kann das nicht.“

LaRouche betonte in seiner ersten Analyse, es gehe nicht um eine Unterstützung Romneys, entscheidend sei vielmehr, den Trend zu prägen, und dieser Trend habe sich nun gegen Obama gewendet. Dies zeige wieder einmal, daß man die Zukunft nicht auf der Grundlage bestehender Trends vorhersagen kann.Nun müsse es darum gehen, die wirklich wichtigen Themen auf die Tagesordnung zu setzen - und zwar nicht als Parteienfrage, sondern im Interesse des Landes und der Menschheit.

In seinem eigenen Internetforum kam er gleich auf den entscheidenden Punkt: „Wir brauchen eine neue Politik, eine neue politische Perspektive für das Land. Wir befinden uns im Prozeß einer allgemeinen Zusammenbruchskrise insbesondere der transatlantischen Wirtschaft.“ Die Vereinigten Staaten befänden sich in einer finanziellen Zusammenbruchskrise. Auch Europa werde mit seinem hyperinflationären Programm vor die Wand fahren. Man müsse jetzt sofort den Kurs ändern. LaRouche beschrieb dann die drei Hauptpunkte der Lösung: erstens die Wiedereinführung des Glass-Steagall-Trennbankensystems, zweitens die Schaffung eines Kreditsystems, um drittens eine Wiederbelebung der Wirtschaft durch Großprojekte zu finanzieren (wie das NAWAPA-Projekt).

Der Bürger müsse wieder entscheiden, und nicht irgendeine Partei. Die Parteienbildung sei überhaupt nicht im Sinne der amerikanischen Verfassungsväter. "Wir wollen nicht, daß der Bürger für ein Team stimmt wie jemand im Stadion - wo er glaubt, daß er in etwas investiert, und hinterher auf dem Weg plötzlich feststellen muß, daß er nur gekauft oder verkauft wurde. Wir wollen einen denkenden Bürger..., der eine Bildung verlangt, die notwendig ist, um die Entscheidungen zu treffen, die von ihm verlangt werden, so wie [der erste US-Präsident] George Washington es beabsichtigte.“

LaRouche warnte erneut eindringlich vor der Fortsetzung von Obamas Präsidentschaft: " Wenn man bloß Obamas derzeitige Politik fortsetzt, seine Militärpolitik und damit verbundene Politik, dann werden wir innerhalb sehr kurzer Zeit - Wochen oder Monate - einen thermonuklearen Krieg erleben, wenn wir es nicht verhindern. Und ein thermonuklearer Krieg führt zu dem, was man einen nuklearen Winter nennt - diesmal einem thermonuklearen Winter.“

LaRouche schloß: „Da stehen wir... Wir müssen ein neues politisches System aufbauen, das wieder auf unserer nationalen Tradition beruht... Wir brauchen eine Verständigung, daß wir zusammenkommen und diese Fragen anpacken. Und bei diesen Fragen geht es um Leben und Tod. Wenn man sich dieser Fragen annimmt und darüber verhandelt, dann muß man sich einigen. Man will also keine Rivalität wie beim Fußball oder Basketball als Politik. Man fragt: Was ist die Gesamtkombination, die unser Land braucht? Ohne das gibt es keine Lösung. ..."

Einen ausführlichen Bericht über die Internetkonferenz und eine Analyse der ersten Debatte zwischen Romney und Obama finden Sie hier





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