„Bankentrennungspläne“ der EU: eine Luftnummer
8. Oktober 2012 • 20:36 Uhr

Der Bericht der sog. Liikanen-Gruppe zur Bankentrennung, der seit dem 3. Oktober der EU-Kommission vorliegt, ist ein völliger Schwindel. Lyndon LaRouche beschrieb die Herangehensweise als eine weitere Variante des "Ring-Fencing" als Ersatz für die komplette Bankentrennung wie bei Glass-Steagall. Das werde nicht funktionieren und sei ein "langsamerer Selbstmord".

Von Establishmentmedien natürlich gelobt und von manchen sogar als „neues Glass-Steagall“ gepriesen, enthalten die „Einzäunungs“-Empfehlungen des Berichts Schlupflöcher, durch die ein D-Zug hindurchpassen würde. Der unter Leitung des Chefs der finnischen Zentralbank Erkki Liikanen erstellte Bericht ist ein offensichtlicher Versuch, die wachsenden Forderungen nach Bankentrennung als Mittel gegen die Zockerwirtschaft zu vereinnahmen, ohne sie wirklich inhaltlich zu vertreten. Die Hauptforderungen in dem Bericht lauten:

    1. Geschäftsbanken soll erlaubt sein, bis zu 25% ihrer Bilanzsumme oder 100 Mrd.€ im Finanzhandel zu verwenden. Geht der Betrag darüber hinaus, soll sie in zwei Einheiten, eine Geschäftsbank und eine Investmentbank, unter dem Dach einer Holding gespalten werden, damit keine Kundeneinlagen für riskante Geschäfte verwendet werden. Die Holding darf keine Gelder von einer Bank zur anderen verschieben.

    2. Funktioniert die Trennung unter einem Dach, dann darf die Geschäftsbank trotzdem ihren Kunden eine breite Palette von Derivatgeschäften anbieten. Erlaubt sein sollen Derivate für die Verwaltung von Verbindlichkeiten, Kauf und Verkauf von Finanzwerten für die Verwaltung eines Depots sowie Devisen- und Zinsoptionsgeschäfte zur Absicherung von Risiken. Mit der "Fortsetzung des durch Derivate abgesicherten Handels und der Risikoabsicherung" werde "auch Depositenbanken genügend Raum und Flexibilität gelassen, Unternehmen als Kunden zu dienen und damit ihren Beitrag zur Finanzierung der Realwirtschaft zu leisten“. Praktisch bedeutet dies, daß die Banken z.B. weiter Kommunen und Firmen betrügerische Swapgeschäfte und ähnliches andrehen dürfen.

    3. Für die Umsetzung dieser Pseudo-Lösung sollen in der EU eine übergreifende einheitliche Bankenaufsicht und eine Bankenunion geschaffen werden.

    4. Die EU-Kommission soll nun auf der Grundlage des Liikanen-Berichts eine EU-Gesetzgebung vorbereiten, die sogar noch weicher ausfallen kann.

Wie hingegen eine effektive Bankentrennung aussehen muss, die ohnehin nur der erste Schritt ist, um das bankrotte Weltfinanzsystem zu reorganisieren und die Weltwirtschaft mit einem Kreditsystem souveräner Nationen wieder aufzubauen, lesen Sie hier: bueso.de/trennbankensystem