Demokratischer US-Abgeordneter Dennis Kucinich greift US-Truppeneinsatz in Jordanien an
12. Oktober 2012 • 11:46 Uhr

In einem Interview mit U.S. News World Report am 10.10. warnte der Kongressabgeordnete Dennis Kucinich (D-Ohio) vor den Auswirkungen des Einsatzes amerikanischer Truppen in Jordanien, die am 9. Oktober bekanntgegeben worden war. US-Truppen seien damit nur noch ein paar Meilen von der syrischen Grenze entfernt und damit unmittelbar davor, direkt in Kriegshandlungen in Syrien einbezogen zu werden. "Alles was es braucht, ist ein einziger Zwischenfall". Kucinich griff Präsident Obama dafür an, erneut Truppen entsandt zu haben, ohne den Kongress zu informieren.

"Wenn man US-Truppen an dieser Grenze stationiert, bringt das die USA viel näher in den Krieg in Syrien, der bereits ein Alptraum ist und auch für unser Land noch viel mehr zu einem Alptraum werden würde. Spricht man über die Ansammlung chemischer und biologischer Waffen, so ist das ein Argument dafür, zu versuchen, die Gewalt zu verringern und nicht, sie zu intensivieren. Hier gibt es eine Kausalkette von Folgen. Sobald man US-Truppen an der Grenze zu einem Konfliktgebiet stationiert, steigert das die Möglichkeit ins unermessliche, daß amerikanische Truppen in den Konflikt hereingezogen werden."

Bei der NATO-Verteidigungsministerkonferenz in Brüssel hatte US-Verteidigungsminister Leon Panetta endlich zugeben, daß die USA Truppen an die syrisch-jordanische Grenze verlegt hat und ein Hauptquartier aufgebaut werde. Panetta sagte, man wolle "die Beziehung zwischen den USA und Jordanien stärken, so daß wir mit allen möglichen Konsequenzen der Ereignisse in Syrien umgehen können." Nach den "Operation Eager Lion"- Manövern im Mai, an denen ca. 12.000 Truppen verschiedener Länder teilgenommen hatten, waren laut offiziellen Washingtoner Angaben etwa hundert Militärplaner und anderes Militärpersonal in Jordanien geblieben, die dann verstärkt wurden. Sie operieren von einem gemeinsamen US-jordanischen Militärzentrum nördlich von Amman aus, das die USA schon seit Jahren benutzt. Bei den Manövern sei es, so die offizielle Linie, um den Zustrom von Flüchtlingen aus Syrien, anti-Terorismus-Bekämpfung und das Aufbringen von Waffen auf Schiffen gegangen. Über 200.000 Syrer sollen in Jordanien sein, um den Kriegshandlungen in Syrien auszuweichen. Allerdings spricht man auch von ca. 2000 Jordaniern, die mittlerweile mit den "Rebellen" in Syrien gegen Assad kämpfen.

Die prowestliche und pro-saudische arabische Tageszeitung Al Hayat zitierte außerdem "wohl-informierte Quellen", wonach westliche Länder erwägen, auch die libanesische Armee mit Waffen auszurüsten, um die libanesisch-syrische Grenze besser zu kontrollieren. Die Vorbereitungen dafür seien bereits getroffen, so Al Hayat.

Bei der NATO-Verteidigungsministerkonferenz hatte Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am 9.10. angekündigt, die NATO sei darauf vorbereitet, alles zu tun, um die Türkei zu verteidigen, wenn sich die Lage mit Syrien weiter verschärfe.