Spanien: Notstand durch Massenverarmung
22. Oktober 2012 • 12:42 Uhr

Der Vorsitzende des spanischen Anti-Armuts-Netzwerks (EAPN), Carlos Suisas sagte in einer Rede am 18. Oktober, jedes Jahr seien seit Beginn der Krise eine Million Spanier in die Armut getrieben worden. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung - 12,7 Millionen Spanier - haben mittlerweile kein gesichertes Auskommen. Die Antwort auf diesen "wirklichen Notstand" der Massenarmut, der durch die Sparpolitik der letzten drei Jahre hervorgerufen wurde, sei "politischer Autismus", sagte Suisas.

Die konservative Tageszeitung ABC berichtete am 19. Oktober, 272.000 Personen seien mit kollektiven Kündigungen entlassen worden - ein Anstieg von 55,3% zum Jahr davor. Die "haarsträubende" Zahl von 146,200 Personen, also fast die Hälfte, waren aus Industriefirmen.

Weitere Entlassungen stehen an: Telefonica wird erwartungsgemäß im November weitere 6000 Entlassungen verkündigen; die staatliche Fluggesellschaft AENA plant, die zwischen 55-65 Jahre alten Angestellten in "freiwillige" Rente zu schicken - 10% aller 13.000 Beschäftigten. Die Region Valencia kündigte letzte Woche an, daß 40% der öffentlichen Angestellten (3000) entlassen werden, als Folge der Schließung 46 öffentlicher Unternehmen.