Soros und der Regimewechsel in der Ukraine: Demokratie im Namen des EU-Empire?
11. Dezember 2013 • 17:05 Uhr

Der anglo-amerikanische Top-Investmentbanker George Soros, dessen Regimewechsel-Initiativen im Dienste des globalisierten Finanzempire weltweit als "farbige Revolutionen" verkauft wurden, gründete 2007 in Deutschland zusammen mit dem grünen Ex-Außenminister Joschka Fischer die politisch hochrangig besetzte Denkfabrik "European Council on Foreign Relations". Ein praktisches Hauptanliegen dieser Organisation war und ist es, die Annäherung zwischen Deutschland und den europäischen Nationen gegenüber Russland zu hintertreiben und das postdemokratische EU-Empire als Teil des bankrotten transatlantischen Finanzsystems zu konsolidieren und auszuweiten. Es wird Zeit, daß Deutschland sich diesem Klammergriff entzieht und auf die Zukunft setzt - einem Europa souveräner Nationen, die mit Russland, China und anderen Nationen weltweit für Aufbau und Entwicklung zusammenarbeiten, statt sich als Handlanger für geopolitische Konfrontation zu gebärden.

Der folgende Hintergrundsbericht entstammt dem strategischen Artikel von Rachel Douglas/Executive Intelligence Review: "Ukraine: Briten, EU und Vertreter der Obama-Regierung wollen die Machtprobe mit Russland"

... Schaut man sich die Aktivitäten von NGO's in der Ukraine im Zeitraum seit der von George Soros-gesponsorten Orangen Revolution im Dezember 2004 an, tauchen mehrere neue Elemente auf, die nichts Gutes ahnen lassen. In diesem Zeitraum setzte die EU mit ihrem Projekt der Östlichen Partnerschaft alles mögliche in Gang, um die Ukraine und fünf weitere frühere Sowjetrepubliken voll und ganz unter das Freihandelsdiktat von EU-Kommission/Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (EU/EZB/IWF)-Troika zu bringen – genau das Ausplünderungsschema, das die ukrainische Regierung jetzt zurückgewiesen hat.

Das Programm der Östlichen Partnerschaft wurde im Dezember 2008 beschlossen, kurz nachdem Russland den georgischen Angriff auf Südossetien zurückgeschlagen hatte. Für diesen Angriff zeichnete der damalige georgische Präsident Michael Saakashvili verantwortlich, der jetzt in Kiew auftauchte, um die Oppositionsdemonstrationen zu unterstützen. Von Anfang an war die Östliche Partnerschaft der EU-Kommission mit NGO-Aktivitäten in den betroffenen Ländern gekoppelt, mit einem Eastern Partnership Civil Society Forum als koordinierender Instanz.

Unter den 2200 ausländisch finanzierten NGO's (!), die in der Ukraine aktiv sind, hat die Internationale Renaissance Stiftung (IRF) von George Soros besondere Energie entfaltet, um eine neue Generation politischer Kräfte für den Einsatz im Land aufzubauen. In Deutschland hat die IRF dafür Unterstützung durch das Kiew Dialog-Projekt geschaffen. IRF-Projektmanager Myhaylo Banakh ist einer der Förderer von Vitali Klitschko, dem früheren Superschwergewicht-Boxchampion des World Boxing Council (WCB), der viele Jahre in Deutschland lebte. Klitschko spielt in Kiew eine führende Rolle bei den Straßendemonstrationen und ist Vorsitzender der UDAR-("Schlag")Partei im Parlament der Ukraine; Er will, als erster Schwergewichtsboxer mit einem Doktortitel, Präsident der Ukraine werden. Banakh arbeitet eng mit Andreas Umland, einem deutschen Akademiker zusammen, der die ukrainische Krise als Gelegenheit für eine Konfrontation mit Russland sieht, woraus er kein Hehl macht.

Unterstützer der Menschenrechte, die die Demonstranten in Kiew als "pro-europäische Kräfte" bejubeln, sollten sich klarmachen, daß unter den Massen, die sich jetzt versammeln, der Anteil von Neonazis immer lautstärker und aktiver wird. Oleh Tyahnibok, Chef der Swoboda-Partei (früher als "sozialistisch-nationalistische" Bewegung bezeichnet) ist ein weiterer der Hauptanführer der Straßendemonstrationen, der Seite an Seite mit Klitschko und Yatsenyuk auftritt und sich von der Vertreterin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, empfangen läßt. Tyahnibok greift die ukrainische Regierung als "jüdisch-russische"-Diktatur über die Ukraine an, und benutzt unflätige ethnische Beschimpfungen.

Am 4.12. wies die linke deutsche Webseite Telepolis auf das anwachsende Auftreten extremer Nationalisten und Faschisten auf Kiews Straßen hin, sowie deren Beteiligung an einem gewalttätigen Zwischenfall am 31.11. und 1.12. mit der ukrainischen Bereitschaftspolizei, der die politische Krise anfachte. Telepolis berichtete auch, daß die Randalierer die Polizei mit schweren Ketten angriffen und daß viele von ihnen nicht nur ihr Gesicht vermummten, sondern schußsichere Westen und Gasmasken trugen.

Das ukrainische Innenministerium hat Tyahnikos Partei Swoboda und eine Gliederung namens Bratstvo (Die Bruderschaft; gegründet 1999 von Dmytro Korchynsky) angeklagt, gemeinsam diesen Nahkampf ausgelöst zu haben, in dessen Folge viele Studenten zusammengeschlagen wurden. Korchynskys Gruppe, die aus paramilitärischen Teilen der Gruppen Ukrainische Nationale Selbstverteidigung (UNSO) und der Ukrainischen Nationalversammlung (UNA) stammen, verfügen über Kampferfahrung aus drei Kriegen: Transnistrien 1992-1994, Tschetschenien (Mitte der 1990er Jahre, auf Seiten der Aufständischen) und auf der Seite Georgiens gegen Russland in Abchasien (2008).

Mitglieder der Swoboda-Organisation spielen dem Augenschein nach eine führende Rolle dabei, Demonstrationen gewalttätig eskalieren zu lassen. Am 8.12. erklärte sich die Organisation für den Abriß einer Lenin-Statue aus sowjetischen Zeiten in Kiew verantwortlich. An ihrer Stelle pflanzten sie die EU-Fahne und das rot-schwarze Banner des brutalen radikalen ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera (aus dem 20. Jahrhundert) auf. Am selben Tag leiteten, so berichtete die Kiewer Zeitung Zerkalo Nedeli (ZN), die Swoboda-Kader auch die Errichtung von Barrikaden auf Straßen, die zu Regierungsgebäuden führen. Als die Polizei sie am nächsten Tag wegräumte, kam es zu gewalttätigen Zusammenstößen mit jungen Demonstranten, die dabei verletzt wurden und im Internet gab es Gerüchte, wonach Menschen dabei zu Tode gekommen seien. Mitglieder der kommunistischen Partei, die in Kiew leben, drückten gegenüber Kontakten im Ausland ihre Sorge aus, daß ihre physische Sicherheit nicht mehr gewährleistet sei. Pavlo Viknyanski, Leiter der Bewegung "Unabhängige Studentenrepublik" veröffentlichte eine Erklärung, in der er davon sprach, die Studenten würden in dieser Auseinandersetzung als "Kanonenfutter" verheizt. ...