Lyndon LaRouche: Zur Rolle Deutschlands
17. März 2015 •

Der Beitrag, der in der Rede des deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier am 12. März 2015 [vor der Denkfabrik CSIS in Washington] zum Ausdruck kam, ist lobenswert, wird aber dennoch in wesentlichen Aspekten den eigentlichen Erfordernissen nicht gerecht. Ich werde daher im folgenden den notwendigen Ansatzpunkt darlegen.

Die Bedingungen auf dem bewohnten Planeten Erde haben nämlich inzwischen den Punkt erreicht, an dem die Vorstellung dieses Planeten als Lebensraum insgesamt den wissenschaftlichen Prinzipien Johannes Keplers folgen muß, die praktisch allgemein als die angemessene Orientierung für die Organisation des Planeten in seiner Gesamtheit zu betrachten sind.

In dieser Hinsicht versagen heute in einem sehr realen Sinn die alten Gewohnheiten der als herkömmlich geltenden Vorstellungen - und das katastrophal. Die derzeitigen nominellen Maßstäbe der europäischen Traditionen entsprechen nicht mehr den Entwürfen der Medien, seien es „traditionelle“ oder sonstige. Die in letzter Zeit üblichen Maßstäbe in Politik und Wirtschaft haben die bedauerliche Wirkung, daß verlangt wird, die Begriffe zeitgenössischen Handelns Modalitäten zu unterwerfen, an denen stur festgehalten wird, die aber ihrem Wesen nach inzwischen schlimmer als archaisch sind.

Ich will das erläutern.

Die Übel des gegenwärtigen Finanzwesens

Die derzeit vorherrschenden Finanzpraktiken der USA und Europas stützen sich in letzter Zeit vor allem auf Maßstäbe, die reiner Wucher sind; die Auswirkungen der allgemeinen Praxis nur auf Wucher beruhender, reiner Finanzgeschäfte veranschaulichen das. Insbesondere sind rein spekulative finanzielle Prädikate viel mächtiger geworden als das, was faktisch relativ physische Werte des Wachstums im Bereich der realen Produktion waren.

Die Praxis, die wissenschaftliche Produktivitätsrate pro Kopf im Verhältnis zu den weitgehend spekulativen nominellen Kosten der Produktion (beides bezogen auf die Nettoproduktion pro Kopf, so in Europa und in den USA) immer weiter zu reduzieren, ist typisch für den entsprechenden, praktisch parallelen Niedergang des Lebensstandards der Pro-Kopf-Einkommen der Privathaushalte wie auch der Nettoproduktion pro Kopf. Die langjährige Geschichte des allgemeinen Trends bei der realen Nettoproduktivität, der sich seit den Anfängen des Niedergangs der Nettoproduktivität pro Kopf zeigt, beschreibt die traurige Wahrheit eines allgemeinen, relativen Niedergangs der Energieflußdichte in der Produktion pro Kopf der Bevölkerung in der transatlantischen Region, der den Drang zu einem globalen thermonuklearen Massenmord hervorgebracht hat.

Die Absturzraten der Nettoproduktion realer, physischer Werte in den jeweiligen Trends der Volkswirtschaften der Vereinigten Staaten und Europas beweisen im Endeffekt die wahren relativen Werte. Es ist ein Rückgang der menschlichen Nettoproduktivität pro Kopf, an dem besonders der Rückgang der physischen Produktion pro Kopf schuld ist, indem an den notwendigen Vorleistungen für eine steigende allgemeine Rate menschlicher Produktivität pro Kopf immer mehr gespart wurde.

Das Beispiel der raschen Fortschritte Chinas heute und der damit verbundenen Elemente realwirtschaftlichen Aufstiegs bei den relativ einzigartigen Errungenschaften Chinas ist jetzt besonders dienlich.

Die Herausforderung durch China

China ist heute aufgrund seiner gegenwärtigen progressiven Leistungen im Bereich unseres Sonnensystems einzigartig. Seine Errungenschaften in dieser Hinsicht, sowohl in Bezug auf die Rolle des Mondes als auch auf verwandte Belange, sind implizit auch deshalb von wesentlichem Interesse, weil die einzigartigen, heute bekannten und absehbaren künftigen Entdeckungen der Haupteigenschaften des Sonnensystems an sich damit zusammenhängen. Man muß daher das Verhältnis der Menschheit zur Entwicklung der Gesellschaft und das Verhältnis des Sonnensystems zur Rolle der Menschheit bei ihrer Weiterentwicklung als etwas betrachten, was in der Zukunft als Erfahrung miteinander verknüpft sein wird - nicht für den einzelnen an sich, aber für die zukünftigen Bedürfnisse der Menschheit. So hat der sterbliche individuelle Mensch Anteil an der Mission für die Zukunft - so wie beispielsweise die Mission der Jeanne d’Arc und ihrer Nachfolger wie Nikolaus von Kues und Johannes Kepler -, und das Schicksal der Individuen für die Zukunft der heutigen Menschheit liegt nicht in ihrer fleischlichen Existenz, sondern darin, daß die Menschheit eine notwendige zukünftige Existenz hatte. Der Kern der Sache liegt dabei nicht darin, was der Einzelne erreicht hat, sondern in der Schönheit der Ziele, für deren Erreichen er gekämpft hat. Die Zukunftsmission jedes einzelnen Dieners der Sache seiner eigenen Existenz liegt innerhalb der Zukunft, die seine Erfahrung durch und für die Mission der Menschheit ausdrückt, so wie es bei den Früchten der Genien oder Märtyrer war und so wie dies heute zufällig für China gilt.

Die Option für alle verdienstvollen Menschen liegt heute im Wesentlichen darin, eine bessere Zukunft für die gesamte Menschheit zu schaffen - der Option, das scheinbar unmögliche, aber notwendige zu erreichen, um den schönsten Traum menschlicher Errungenschaften wahr werden zu lassen. Man muß erkennen, daß die Zukunft der Menschheit als ganzer im scheinbar Unmöglichen liegt.