USA-Rußland-Beziehungen: Ex-Botschafter James Matlock warnt vor "Polizeistaat" und "Hexenjagd"
10. März 2017 • 16:12 Uhr

Der frühere US-Botschafter in Moskau und Rußlandexperte Jack Matlock warnte am 4. März auf seiner Webseite davor, daß die USA dabei seien, ein „Polizeistaat“ zu werden. Er wies detailliert die Behauptungen derjenigen Medienvertreter und Politiker zurück, die jeglichen Kontakt mit dem russischen Botschafter in Washington, Sergej Kislyak oder anderen russischen Diplomaten als fragwürdig oder gar als illegal bezeichnen.

"Ich habe gelernt, daß in einer Demokratie und einem Rechtsstaat für jeden die Unschuldsvermutung gilt, bis er als schuldig verurteilt wird. Aber hier gibt es angebliche Informationen, die unterstellen, jede Unterhaltung mit einem russischen Botschaftsvertreter sei verdächtig. Das sind die Haltung eines Polizeistaates und solche Behauptungen zu streuen, verstößt gegen jede normale Untersuchungsregel des FBI."

„Als jemand, der 35 Jahre seiner diplomatischen Karriere damit verbracht hat, sich um die Öffnung der Sowjetunion zu bemühen und es als normale Praxis zu etablieren, daß unsere Diplomaten und Bürger miteinander kommunizieren, finde ich die Einstellung vieler im politischen Establishment und einiger unserer früher einmal respektierten Medien vollkommen unverständlich“.

Matlock weiter: „Was in aller Welt ist falsch daran, mit einer ausländischen Botschaft darüber zu sprechen, wie sich die Beziehungen verbessern lassen? Jeder, der anstrebt, einen amerikanischen Präsidenten zu beraten, sollte das tun.“

Matlock unterstützte auch Präsident Trumps Festellung, es handele sich bei dem Tumult über Kontakte zu russischen Diplomaten um „eine Hexenjagd“.

Seine Schlußfolgerung: „Es ist im vitalen Interesse der USA, die Beziehungen mit Rußland zu verbessern. Nuklearwaffen sind eine existentielle Bedrohung für unsere Nation – und für die Menschheit. Wir stehen vor eine erneuten Spirale der nuklearen Aufrüstung, was nicht nur an sich gefährlich wäre, sondern auch die Zusammenarbeit mit Rußland in vielen anderen wichtigen Themen praktisch unmöglich machen würde. Diejenigen, die versuchen, die Beziehungen mit Rußland zu verbessern, sollten gelobt und nicht zum Sündenbock gemacht werden.“

http://jackmatlock.com/2017/03/contacts-with-russian-embassy/