Britische Kriegsmanipulationen sollen russisch-amerikanische Zusammenarbeit torpedieren
15. April 2017 • 14:19 Uhr

Der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft, der nach dem angeblichen „syrischen Giftgasangriff“ die Attacke im UN-Sicherheitsrat auf Präsident Assad und Rußland führte, hat eine lange Geschichte als Wortführer für die Lügen des Empire. 2002-2003 war er Privatsekretär für den damaligen Premierminister Tony Blair, der mit den bekannten Lügen über angebliche Massenvernichtungswaffen den Vorwand für den amerikanisch-britischen Angriff gegen den Irak lieferte.

Während der sog. Chilcot-Untersuchung über den Irakkrieg wurden wichtige Dokumente freigegeben, wie das berüchtigte Memo vom 23. Juli 2002, das von Rycroft entworfen wurde und an Blairs damaligen außenpolitischen Chefberater David Manning adressiert war. Dieses Memo bezog sich auf Pläne, Saddam Hussein zu stürzen und stellte fest „Wir sollten davon ausgehen, daß sich Großbritannien an jeder militärischen Aktion beteiligen wird....“. Am 25. September 2016 benutzte Rycroft in einer Rede beim UN-Sicherheitsrat genau dieselbe Formel, um die USA zur Invasion Iraks 2003 zu ermutigen. Er sagte, die syrische Bevölkerung werde „den Tod und die Zerstörung, die das sektiererische Assad-Regime in Gang gesetzt hat“, nicht vergessen, ebensowenig, daß Rußland diesem „Diktator“ dabei geholen habe, Krieg gegen sein eigenes Land zu führen.

Bei der Debatte im UN-Sicherheitsrat am 12. April griff der geschäftsführende russische UN-Botschafter Safronkow Rycroft für dessen Behauptungen, Rußland sei für die zivilen Todesopfer der Chemiewaffen in Syrien verantwortlich, weil es Assad immer noch unterstütze, scharf an. Safronkow sagte, völlig auf den Punkt: „Wovor Sie Angst haben, ist, daß wir [Rußland] mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten könnten. Das ist es, was Ihnen schlaflose Nächte bereitet.“ Dem Vereinigten Königreich gehe es mehr um den Regimewechsel als darum, den Menschen in Syrien zu helfen, und es lade statt dessen „illegale bewaffnete Gruppen nach London ein“. Diese Bemerkung zielte auch auf die britische Unterstützung für berüchtigte Gruppen wie die „Weißhelme“, eine von dschihadistischen Terroristen durchsetzte vorgebliche Hilfsorganisation, die die Behauptung verbreitet hatte, Assads Streitkräfte hätten Chemiewaffen eingesetzt, die in Khan Shaykun Zivilisten töteten.

Peter Ford, früherer britischer Botschafter in Syrien, schockierte einen Interviewer bei der BBC, als er sagte, er glaube nicht die sogenannten Geheimdienstinformationen, die Trumps Angriffsbefehl auslösten. Es handele sich um einen „Mythos“. Im Vorfeld des Irakkriegs, sagte Ford, „waren die Experten... überzeugt, daß Saddam Massenvernichtungswaffen hatte... Sie lagen alle falsch. Es ist möglich, daß sie sich auch in diesem Fall irren. Sie suchen nur nach einem Vorwand, Syrien anzugreifen.“ Der Chemiewaffenangriff sei unter „falscher Flagge“ gelaufen und möglicherweise von den Terroristen selbst durchgeführt worden, um eine Eskalation gegen Assad herbeizuführen. Die Terroristen könnten weitere Chemiewaffenangriffe unternehmen, um weitere Vergeltungsmaßnahmen zu provozieren.

Dieselben britischen Kreise, die den neuen US-Präsidenten der Kollaboration mit Rußland beschuldigen, wollen ihn jetzt in die geopolitische Falle und die Konfrontation mit Rußland locken und dadurch seine Präsidentschaft zerstören. Exemplarisch zeigt das ein Artikel in der Daily Mail des früheren britischen MI6-Geheimdienstchefs Sir Richard Dealove am 13.4. Dieser „deutet an“, Trump habe 2003 Geld von den Russen erhalten – ohne dafür Beweise vorzulegen. Derselbe Sir Richard war 2002 Chef des MI-6, als seine Behörde das berüchtigte Dossier erstellte, in dem behauptet wurde, Saddam Hussein habe Massenvernichtungswaffen. Er persönlich verfaßte damals das Vorwort für dieses Dossier, in dem er sagte, an der Bedrohung durch Saddam sei „nicht zu zweifeln“. Dieses Lügendossier übergab er Tony Blair, der es dann gemeinsam mit Präsident George W. Bush dazu verwendete, die Invasion im Irak zu rechtfertigen, mit der dann die weiteren Kriege in der Region und die Rekrutierung von Terroristen, die heute die Welt bedrohen, ausgelöst wurden.

Am 13. April schrieb der Londoner Guardian, daß das GCHQ - die Koordinationszentrale der britischen Geheimdienste - „verdächtige ,Interaktionen’ zwischen Personen in Trumps Umfeld und bekannten oder vermuteten russischen Agenten“ untersucht habe, die ihnen im Sommer 2015 aufgefallen waren, und über die es die amerikanischen Geheimdienste informiert habe. Im Sommer 2016 habe der Chef des GCHQ, Robert Hannigan, dem CIA-Direktor und Obama-Vertrauten John Brennan persönlich Material übergeben, der es dazu genutzt habe „eine große ämterübergreifende Untersuchung in Gang zu setzen“. Diese Untersuchung - oder vielmehr Hexenjagd - läuft noch immer, mit dem Ziel, Trumps Präsidentschaft zu zerstören - so oder so. Aber diesmal könnte sich das Empire zu weit aus dem Fenster gelehnt haben.