Beziehungen zwischen USA und Rußland werden über Krieg oder Frieden entscheiden
17. April 2017 • 15:52 Uhr

Eine Reihe von Stimmen in Europa und den USA warnen vor der weiteren Eskalation zwischen den USA und Europa und betonen das gemeinsame Ziel, den Terrorirmus zu besiegen. Hier eine Auswahl:

Der ehemalige Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Gen. Harald Kujat, beklagte bei der Talkshow Talk im Hangar-7 beim österreichischen Servus TV Europas Applaus für den US-Schlag gegen Syrien, der das internationale Völkerrecht sowie die immer wieder erwähnten und gepriesenen westlichen Werte verletzte. Er machte sehr deutlich, wie unweise es wäre, die Forderung von Regimewechsel weiter zu verfolgen. Die syrische Armee würde ohne Assad auseinanderfallen und den Kampf gegen den Islamischen Staat verlieren. ISIS zu bekämpfen müsse oberste Priorität haben.

Der amerikanische Rußlandexperte Stephen Cohen warnte in einer Reihe von Interviews, dass die US-russische Beziehungen am tiefsten Punkt angekomen seien und betonte die Wichtigkeit einer Allianz der beiden Länder. Rußlands Hauptsorge sei die Bekämpfung des Terrorismus, denn Rußland hätte ausserhalb des Mittleren Ostens mehr Opfer von Terroranschlägen zu verzeichnen als sonst irgendein Land auf der Welt. [John Batchelor radio show, 11.4. und 134. on "Democracy Now"]

Auch der ehemalige deutsche Botschafter Frank Elbe verurteilt in einem Artikel auf Russia Today die Lobpreisungen der US-Bombardierung auf Syrien als falsch. Elbe sagte u.a. : „Die menschliche Reaktion, Genugtuung über einen Schaden zu empfinden, den ein böser Despot erfährt, ist verständlich, wenn auch nicht gerade zivilisiert. Sie darf aber keineswegs zu einer unzulässigen Entscheidung führen. Außerdem ist nach wie vor ungeklärt, wer eigentlich den vorausgegangenen Giftgasangriff zu verantworten hat. Das amerikanische Bombardement löst berechtigte Sorgen aus, ob die militärischen Operationen eskalieren werden, der Krieg sich möglicherweise auf andere, auch die eigenen Regionen ausdehnen könnte. Die Politik hat hierbei zu beruhigen, aufzuklären und Antworten zu geben, nicht aber zu verwirren. Parteinahmen spalten das entsetzte Publikum.“ (https://deutsch.rt.com/meinung/49221-frank-elbe-beziehungen-zwischen-mos...).

Elbe betont völlig zurecht, dass das politisch ausschließlich relevante Thema die Zukunft der russisch-amerikanischen Beziehungen sei. Die künftige Qualität der Beziehungen zwischen Moskau und Washington werde über Krieg oder Frieden entscheiden.

Es ist genau das Potential für die konstruktive Neubestimmung der amerikanisch-russischen Beziehungen, das dem Empire die größte Sorge bereitet. Bei der Debatte im UN-Sicherheitsrat am 12. April brachte es der russische UN-Botschafter Safronkow auf den Punkt, als er den britischen Repräsentanten Rycroft für dessen Behauptungen angriff, Rußland sei für die zivilen Todesopfer der Chemiewaffen in Syrien verantwortlich: „Wovor Sie Angst haben, ist, daß Rußland mit den USA zusammenarbeiten könnten. Das ist es, was Ihnen schlaflose Nächte bereitet.“

Deutschland muß sein Gewicht jetzt in die Wagschale für Frieden und Kooperation werfen, und die wahnwitzige britisch-imperiale Geopolitik, die ansonsten direkt zum Dritten Weltkrieg führen wird, sofort stoppen.