Nordkorea: Kooperation statt geopolitischer Konfrontation ist das Gebot der Stunde
19. April 2017 • 11:34 Uhr

Chinas Außenminister Wang Yi unterstrich bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem französischen Außenminister Jean-Marc Ayrault, der sich am 13. und 14. April in Beijing aufhielt, man müsse verhindern, daß die Lage auf der koreanischen Halbinsel einen irreversiblen Weg einschlage. Die Rückkehr an den Verhandlungstisch sei der einzige Weg, eine Krise abzuwenden. „Die Vereinigten Staaten und Südkorea und Nordkorea betreiben ein Geplänkel mit gezogenem Schwert und gespannten Bögen, und es sammeln sich Sturmwolken. Wir fordern allen Seiten dringend auf, sich nicht länger in gegenseitigen Provokationen und Drohungen zu engagieren, sei es durch Worte oder durch Taten, und die Lage nicht an einen Punkt zu treiben, wo sie nicht mehr herumgerissen werden kann und außer Kontrolle gerät“, sagte Wang. „Egal wer es ist, wenn sie zulassen, daß ein Krieg auf der Halbinsel ausbricht, dann müssen sie die historische Verantwortung auf ihre Schultern nehmen und den entsprechenden Preis dafür bezahlen.“ Mit militärischen Mitteln sei die Frage nicht zu lösen. „Sobald es wirklich zu einem Krieg kommt, wird das Ergebnis nichts anderes sein als zahllose Opfer. Niemand wird der Gewinner sein“, sagte Wang. „Solange ein Dialog stattfindet, er kann offiziell sein oder inoffiziell, durch einen Kanal oder mehrere Kanäle, bilateral oder multilateral, ist China bereit, sie alle zu unterstützen.“

Der frühere Verteidigungsminister unter US-Präsident Bill Clinton, William Perry, warnte die neue US-Administration vor voreiligen Schritten. In einem Beitrag für die Webseite Politico mit der Überschrift "How to make a deal with North Korea" am 15.4. schrieb er, die extrem gefährliche Krise auf der koreanischen Halbinsel sei vielleicht aufgrund ihrer extermen Gefährlichkeit vielleicht der beste Moment, um endlich eine Lösung herbeizuführen. Er verwies auf das „General Framework“ von 1994, das einen konstruktiven Rahmen schuf, bis die Bush-Cheney-Administration es kippte und damit das Nuklearwaffenprogramms Nordkoreas erst recht beschleunigte. Dieser Ansatz beinhaltete, daß der Norden sein Programm zur Entwicklung von Nuklearwaffen und ihre Plutoniumproduktion beenden und dafür ein Kernkraftwerk ohne Plutoniumproduktion bekommen sollte. Heute müsse man darüber hinaus gehen, so Perry: Die USA sollten ihre Beziehungen zu Nordkorea normalisieren und die Idee von „Regimewechsel“ und militärischen Aktionen aufgeben – im Austausch für einen Verzicht Nordkoreas auf sein Nuklearwaffenprogramm. Perry endete seinen Beitrag mit den Worten: „Die große Frage ist: Haben wir den Verstand, diese Chance zu ergreifen? Schliesslich könnte es die letzte sein, die uns bleibt.“

Der amerikanische Staatsmann Lyndon LaRouche veröffentlichte am 15. April erneut eine nachdrückliche Warnung vor der anhaltenden extremen Gefahr, die von der strategischen Machtprobe auf der koreanischen Halbinsel heraufbeschworen werde. Dies alles sei orchestriert von der Kriegsfraktion des Britischen Empire, das an möglichst videlen Brennpunkten eine Konfrontation herbeiführen und die USA in einen Krieg treiben wollte. Korea und Syrien seien Ausdruck der globalen Krise und nicht etwas, was bloß in einem Teil des Planeten geschehe. LaRouche verwies auf seine langjährigen persönlichen Bemühungen um eine programmatische Lösung für diesen Konflikt durch wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südkorea, China und Rußland . Er habe mit politischen Kräften in der Region zusammengearbeitet, um diese Lösung zu verwirklichen, was jedoch immer wieder durch britische Interessen sabotiert worden sei. Solange diese Manipulationen des Britischen Systems nicht beendet würden, werde die Welt weder für die USA, noch für Europa oder andere Nationen sicher sein.

Chinas Angebot der neuen Seidenstraße bietet ein inklusives Wirtschaftsaufbauprogramm für die ganze Region und darüber hinaus, wobei Süd- und Nordkorea gemeinsam eine wichtige Rolle spielen können.Nur die Politik Frieden durch Entwicklung statt imperialer Geopolitik ist der Ausweg - für die koreanische Halbinsel wie für die ganze Zivilisation.