"Londonistan" und der Kampf gegen Terrorismus
30. Mai 2017 • 13:01 Uhr

Nach dem Terroranschlag im britischen Manchester am 22.5. entstanden sehr viele Fragen, die wiederum ein Schlaglicht auf das Thema: Großbritannien und der internationale Terrorismus geworfen haben.

Der Ministerpräsident der Regierung im libyschen Tobruk, Abdullah Al-Thinni, betonte nach dem Anschlag von Manchester in einer Erklärung, daß seine Regierung die britische Regierung seit Jahren vor den in Großbritannien lebenden libyschen Terroristen gewarnt habe, die LIFG und die Muslimbrüder dort jedoch weiter unbehelligt agieren könnten. Die LIFG „rekrutiert libysche und muslimische junge Menschen in Großbritannien und Europa und schickt sie nach Libyen und in andere Länder, um Terrorismus und Tod zu verbreiten”. Trotzdem habe eine britische Regierung nach der anderen „darauf bestanden, daß wir die Macht in Libyen mit diesen Terrororganisationen und ihren Milizen, der LIFG und der Muslim-Brüderschaft teilen“.

Soweit öffentlich bekannt ist, wurde der jüngste Anschlag mutmaßlich von einem Salman Abedi ausgeführt, dessen Vater, Ramadan Abedi, als Mitglied der Terrorgruppe LIFG (Libysche Islamische Kampfgruppe) des Abdelhakim Belhadsch identifiziert wurde.

In den 90er Jahren setzte der britische MI6 die LIFG ein, um zu versuchen, den libyschen Staatschef Muammar Gaddafi zu ermorden. Als das fehlschlug, floh Ramadan Abedi wie etliche andere LIFG-Mitglieder nach Großbritannien. 2007 schloß die LIFG sich offiziell Al-Kaida an und wurde deshalb von der UNO, den USA und Großbritannien als Terrorgruppe eingestuft. Doch als 2011 der britische Premier David Cameron, US-Präsident Obama und der französische Präsident Nicolas Sarkozy beschlossen, Gaddafi zu stürzen, was in dessen Ermordung gipfelte, arbeiteten sie wieder mit den Netzwerken der LIFG zusamme, die vom britischen Exil nach Libyen zurückkehrten. Die LIFG benannte sich dmals um in „Libysche Islamische Bewegung für Veränderung“. Zu diesem Zeitpunkt war ausgerechnet Theresa May britische Innenministerin (Home Secretary) und mit der Aufsicht über MI5, MI6 und GCHQ betraut.

Nimmt man all dies zusammen, so ist der Anschlag von Manchester entweder ein katastrophaler Rückschlag für die Strategie des MI6, oder es steckt viel mehr dahinter, als öffentlich bekannt wird. Dies könnte erklären, warum die britischen Behörden am 24.5. die Zusammenarbeit mit den US-Sicherheitsbehörden einstellten und erst zwei Tage später, nach einem Gespräch von Premierministerin Theresa May mit Präsident Trump beim NATO-Gipfel, wieder aufnahmen.

Schon viele Monate vor den Anschlägen des 11. September 2001 hatte das von Lyndon LaRouche gegründete Nachrichtenmagazin Executive Intelligence Review (EIR) der damaligen US-Außenministerin Madeleine Albright ein Dossier vorgelegt, in dem das Außenministerium aufgefordert wurde, zu prüfen, ob die Regierung von Großbritannien auf die Liste der Staaten gesetzt werden sollte, die den Terrorismus unterstützen. Dieses Dossier beruhte ausschließlich auf Regierungsdokumenten - formellen diplomatischen Beschwerden von so unterschiedlichen Regierungen wie denen von Ägypten, Rußland, Peru, Kolumbien und Indien, die beim britischen Außen- und Commonwealth-Amt eingereicht wurden -, und in allen Fällen war es die gleiche Beschwerde: Den in allen diesen Ländern tätigen Terrornetzwerken wurde von der britischen Regierung Unterschlupf, Schutz, logistische Unterstützung und Finanzierung gewährt.

Mehr zu diesem Thema und der britisch-saudischen Allianz finden Sie hier:
http://www.solidaritaet.com/neuesol/2015/4/londonistan.htm
http://www.larouchepub.com/special_report/2013/bust_the_london-riyadh_gl...