Der "Eiserne Rhein": Belgien, Niederlande, Deutschland und die Seidenstraße
13. Juni 2017 • 09:46 Uhr

Am 10.6. veröffentlichte die belgische LaRouche-Bewegung Agora Erasmus eine Petition an die belgische, niederländische und deutsche Regierung, die Bahnstrecke „Eiserner Rhein“ zu modernisieren und wiederzueröffnen. Die Bahnstrecke verbindet Antwerpen, einen der größten Häfen Europas, mit dem Ruhrgebiet und speziell dem größten europäischen Binnenhafen, Duisburg, einem bedeutenden Ankunftspunkt für Güterzüge aus China.

Ursprünglich wurde der Eiserne Rhein Ende des 19. Jahrhunderts gebaut; 98 km entfallen auf Belgien, 48 km auf die Niederlande und 18 km auf Deutschland. Aber unter dem Druck der grünen Lobby und aus Geldmangel wurden die Abschnitte in Deutschland und Holland stillgelegt oder zu Nahverkehrsstrecken degradiert. Es gibt zwar andere Verbindungen durch die Niederlande und den Süden Belgiens, aber der Eiserne Rhein bleibt die kürzeste, schnellste und billigste Verbindung.

Seit 1991 drängen belgische Infrastrukturplaner auf die Wiederöffnung der Strecke, da die belgischen Häfen ohne eine adäquate Güterzugverbindung ins Hinterland keine Zukunft hätten und die Fernstraßen mit Lastwagen überlastet wären. Die Warnung hat sich bewahrheitet. Schon 2015 war Belgien „Stau-Weltmeister“, weit vor den Niederlanden, Deutschland, Luxemburg, der Schweiz oder Großbritannien.

Deshalb fordert Agora Erasmus eine erweiterte Version des Eisernen Rheins, mit Abzweigungen zu den wachsenden belgischen Häfen Zeebrugge und Gent-Terneuzen im Westen, zusätzlich zu Antwerpen. Die drei Häfen werden auch vom großen Seine-Nord-Kanal profitieren, der die Schelde mit dem Großraum Paris verbinden wird und nun endlich im Bau ist.

2005 urteilte der Haager Internationale Schiedsgerichtshof, daß Belgien das Recht hat, die Bahnstrecke zu nutzen und zu modernisieren, sich dabei aber mit den Niederlanden absprechen muß. Die Belgier müssen für die Modernisierung zahlen, die Niederländer für die Wartung, und die Kosten eines Tunnels unter einem niederländischen Naturreservat müssen sich beide teilen.

Die Petition von Agora Erasmus hebt hervor: „Der Eiserne Rhein ist die Antwort auf zwei große Fragen: Er ist ein unmittelbares Mittel gegen die Überlastung unserer Straßen, und gleichzeitig öffnet er unser Land der reichen Perspektive gegenseitiger Entwicklung, welche die Neue Seidenstraße uns allen bietet.“

Der belgische Vizepremier Kris Peeters, der Mitte Mai am Gürtel- und Straßen-Forum in Beijing teilnahm, kündigte kürzlich an, daß der Hafen von Zeebrugge - der größte für Auto-Verschiffungen in Europa - mit China ein Abkommen darüber geschlossen hat, die in China gebauten Volvo-Automobile mit dem Zug nach Zeebrugge zu transportieren.