Früherer UN-Waffeninspektor Scott Ritter : „VIPS-Schlußfolgerungen deuten auf Verschwörung, die an Verrat grenzt“
1. August 2017 • 11:31 Uhr

Der frühere UN-Waffeninspekteur Scott Ritter hat sich der Kampagne gegen den laufenden Putschversuch gegen Präsident Trump angeschlossen und dafür wesentliche Schlußfolgerungen der Geheimdienstveteranen für Vernunft (Veteran Intelligence Professionals for Sanity, VIPS) in deren Memorandum an Präsident Trump aufgegriffen.

Ritter veröffentlichte am 27. Juli einen Beitrag auf Truthdig, in dem er schreibt:

„Ich stimme mit dem Argument des VIPS-Memorandums vom 24. Juli überein, das der Geheimdiensteinschätzung (Intelligence Community Assessment, ICA) vom 6. Januar 2017 über die russische Einmischung widerspricht. Diese Nationale Geheimdiensteinschätzung [NIA] schloß ,mit großer Überzeugung, daß der russische Militärgeheimdienst (Haupt-Geheimdienst-Direktorat des Generalstabes, GRU) die Guccifer 2.0-Persona nutzte, um Daten amerikanischer Opfer, die durch Cyberoperationen beschafft wurden, in Exklusivbeiträgen für ausgewählte Medien öffentlich zugänglich zu machen und das Material an Wikileaks zu übermitteln.’ Diese in der Rußland-ICA enthaltene Einschätzung, die dem Kern der laufenden Kontroverse über die Absprache-Vorwürfe gegen Personen, die mit Trumps Präsidentschaftswahlkampf verbunden waren, und Rußland zugrunde liegen, ist nachweislich falsch. Das Memorandum der VIPS an Präsident Trump ist ein wertvoller Beitrag zu einer umfassenden Diskussion über die fehlerhafte Einschätzung der Geheimdienste, die ansonsten fehlt.

Die Implikationen der Schlüsse, die im VIPS-Memorandum gezogen werden (wenn nicht der eigentlichen technischen Analyse, auf der sie beruhen), sind erschreckend: Das ,Hacken’ des DNC war tatsächlich ein Datendiebstahl, der von einem Insider mit direktem Zugang zum Server des DNC begangen wurde, der die Dokumente dann vorsätzlich manipulierte, um es so ausschauen zu lassen, als wäre von einem russisch sprechenden Akteur auf sie zugegriffen worden, bevor sie veröffentlicht wurden. Das ist nicht die Darstellung, die die US-Geheimdienste, der Kongreß und die etablierten Medien verbreiten. Darüber hinaus deuten die Schlüsse, zu denen die VIPS gelangten, wenn sie richtig sind, auf eine umfassendere Verschwörung innerhalb der Vereinigten Staaten, um die Glaubwürdigkeit eines zugegebenermaßen unpopulären, aber legitim gewählten Präsidenten zu untergraben, die an Verrat grenzt.

Niemand hat den Diebstahl der DNC-Dokumente mit Guccifer 2.0 in Verbindung gebracht... Und das bringt uns zum vielleicht seltsamsten Aspekt des gesamten Falls: Die Server des DNC, die im Mittelpunkt der Kontroverse stehen, wurden dem FBI niemals für eine forensische Untersuchung übergeben. Statt dessen mußte sich das FBI auf Kopien der Daten des DNC-Servers verlassen, die von CrowdStrike zur Verfügung gestellt wurden. Die Tatsache, daß es CrowdStrike war, und nicht das FBI, woher die GRU-Zuweisung aufgrund der Untersuchung der angeblichen Cyberpenetration der DNC-Server kam, ist beunruhigend. Wie hier gezeigt wird, gibt es gute Gründe, an der Brauchbarkeit der CrowdStrike-Analyse zu zweifeln. Daß das FBI, gefolgt vom Kongreß, der Geheimdienstgemeinde und den etablierten Medien, diese fragwürdige Behauptung als eine Tatsache nachplapperte, ist schockierend. Die Guccifer-2.0-Story steht im Mittelpunkt der laufenden Kontroverse über angebliche Absprachen mit Rußland über die Einmischung in die Präsidentschaftswahlen 2016, die Trumps Weißes Haus umkreist.“

Ritter schließt: „Es könnte kaum mehr auf dem Spiel stehen. Das amerikanische Volk täte gut daran, eine angemessene Untersuchung dessen zu fordern, was im Frühjahr 2016 beim DNC vor sich ging. Bis heute gab es keine Untersuchung, die diese Bezeichnung verdient hätte, bezüglich der Fakten, die den Vorwürfen, die im Mittelpunkt des amerikanischen Streits mit Rußland stehen - nämlich, daß der GRU den Server des DNC gehackt und Guccifer 2.0 in einer Weise, die darauf ausgerichtet war, das Ergebnis der amerikanischen Präsidentschaftswahl zu beeinflussen, als Übermittler der gestohlenen Dokumente verwendet habe. Das VIPS-Memorandum vom 24. Juli 2017 stellt die Wahrheit dieser Behauptungen in Frage. Ich glaube, daß diese Zweifel wohlbegründet sind.“