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21. September 2001 - Was die Regierung Bush tun sollte
LaRouche: Nun, die Menschen sind verängstigt, natürlichbesonders in und um Washington und New York. Unter solchenBedingungen werden Menschen beeinflußbar. Sie neigen dazu, sichin Illusionen zu flüchten und falsche Schlüsse zu ziehen. In einem Krieg - und die jetzige Lage entspricht in bestimmtenAspekten wirklich einem Krieg - muß der Befehlshaber vorallem dafür sorgen, daß seine Truppe nicht in Panik gerät. Ermuß ruhig und realistisch sein. Man darf nicht versuchen, sie intrügerischer Sicherheit zu wiegen, sondern muß ihnen die Lageschildern, wie sie ist, und ihnen gleichzeitig die Sicherheitgeben, daß man selbst genau weiß, was man tut. Das ist es, wasdie Amerikaner heute brauchen. CNN und Fox News dagegen tun mit ihrenFernsehsendungen das Gegenteil, das Schlechteste, was mantun kann. Dadurch können sie eine Krise der gefährlichsten Artheraufbeschwören. Betrachten wir die Lage. Am vergangenen Dienstag, dem 11. September, wurden die USA voneiner mysteriösen Kraft angegriffen, von einer Artverbrecherischer Operation innerhalb der Sicherheitsorgane derUSA. Der Angriff kam nicht aus dem Nahen Osten, nicht aus Europaoder aus Südamerika. Möglicherweise sind auch Leute ausanderen Ländern daran beteiligt. Aber die Operation ist sokomplex und ausgeklügelt, daß niemand in der Lage wäre, so etwasvom Ausland aus durchzuführen. Niemand im Ausland wäre dazu inder Lage gewesen. Wir wissen also, daß wir es mit einer "Schurken"-Operationinnerhalb hochrangiger Stellen unseres eigenen Landes zu tunhaben. Das ist nicht das einzige Problem. Wenn so etwas geschieht,laufen auch viele andere Dinge in die falsche Richtung.Menschen, die verrückt sind, tun auch verrückte Dinge. Menschen,die große Angst haben, können durch solche Ereignisse derart ausdem Ruder laufen, daß sie verrückte Sachen anstellen. Esherrscht also eine Situation allgemeiner Unsicherheit imLande. Deshalb muß die Regierung glaubhaft den Eindruck vermitteln, daßsie weiß, was sie tut, wenn sie herauszufinden versucht, wer derFeind ist. Sie muß aus den "Fußspuren" und den Fähigkeiten desFeindes systematisch ableiten, was er als nächstes vorhat. Unddann muß sie sich an die amerikanische Bevölkerung wenden underklären: "Das ist die Lage. Jawohl, es gibt einen Feind imInneren, und dieser Feind ist sehr mächtig und äußerstgefährlich. Wir wissen nicht, wie weit er zu gehen bereit ist,doch wir müssen annehmen, daß er bereit ist, noch weiter zugehen, als er es am 11. September getan hat. Aber wir wissen,was wir tun. Wir werden die folgenden Maßnahmen ergreifen."
LaRouche: Nein. Es mag Gründe geben, irgendwann so etwaszu tun, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es keinen Grund,in Afghanistan oder in irgendeinem anderen Landloszuschlagen. Praktisch sollte sich die Politik umgehend um einen Frieden imNahen Osten bemühen. Man muß den Krieg in Israel bzw. dessenUmgebung beenden und Frieden schaffen. Es ist zu hoffen, daßScharon mit uns zusammenarbeitet und erkennt, was eranrichtet, wenn er den in Oslo begonnenen Friedensprozeßzunichte macht - daß er damit die USA und viele andere Staatenin große Gefahr bringt. Wir hoffen, daß er und die anderenisraelischen Führungspolitiker Vernunft annehmen und mitdazu beitragen, die Lage zu beruhigen. Aber unser eigentliches Problem liegt in den USA selbst. Dabeimuß man zwei Dinge berücksichtigen. Es ist kein Zufall, daßuns diese Angriffe genau zu einer Zeit trafen, als der weltweiteWährungs- und Finanzzusammenbruch einen neuen Krisenpunkterreichte. Offensichtlich haben einige sehr einflußreicheLeute innerhalb der USA - möglicherweise mit Hilfe aus demAusland, aber im wesentlichen hier in Amerika - eine ArtStaatsstreich gegen die Vereinigten Staaten vor. Man will dieBevölkerung mit den Methoden des Terrors gefügig machen,damit sie akzeptiert, was diese Leute vorhaben. An einembestimmten Punkt wollen sie sich dann zu erkennen geben und eineneuartige Regierung bilden, welche die derzeitige Regierungersetzt. Das ist ihr Ziel. Eines der Dinge, die wir tun müssen, um das verhindern, ist,jetzt die Finanz- und Währungskrise anzupacken. Beispielsweise sind die Fluggesellschaften der USA derzeit dabeiabzustürzen. Ich meine nicht die Flugzeuge, sondern die Finanzender Unternehmen. Das darf nicht passieren. Wir können nichtzulassen, daß die Luftfahrt, ein wesentlicher Teil dernationalen Infrastruktur, zusammenbricht. Daher muß dieRegierung intervenieren. Nicht, indem sie der Wall Street Geldhinterherwirft, sondern indem sie Kredite bereitstellt und dieBranche unter ihrem Schutz reorganisiert. Man muß einen Planaufstellen, der es diesem Wirtschaftszweig ermöglicht,Stabilität zu erreichen und wieder auf eigenen Füßen zu stehen - ob in einem Jahr, in zehn oder erst in 20 Jahren. Auf dieseArt müssen wir die Wirtschaft schützen. Und es gibt noch andere Dinge, die wir tun müssen. Als erstes müssen wir erkennen, daß wir auf die allgemeineWeltkrise reagieren müssen. Die Auswirkungen der globalenFinanz- und Währungskrise sind eine Gefahrenquelle.Krisenherde wie der Nahe Osten sind eine Gefahrenquelle undmüssen beruhigt werden. Wir müssen das Vertrauen deramerikanischen Bevölkerung für eine solche Politik gewinnen.Und wir müssen handeln. Wenn wir das tun, schwächen wir das Potential des Feindes, dersich jetzt auf neue Anschläge vorbereitet. Und wenn wir das demamerikanischen Volk bewußt machen, kann ein Staatsstreich inden USA nicht mehr gelingen. Dann ist der Feind moralisch undpolitisch besiegt, über wieviel Macht er auch sonst verfügt.Dies sind aus meiner Sicht die unmittelbar vor uns liegendenAufgaben.
LaRouche: Nein. Diese Anschläge in New York undWashington waren gegen das amerikanische Volk gerichtet. Waswurde angegriffen? New York City, das die Finanzmacht der USAsymbolisiert. Dort liegt nicht wirklich die Finanzmacht derWelt, aber in der Vorstellung der Menschen ist New York dasSymbol dafür. New York ist nach London die größte Finanzstadt.Und man hat die Mitarbeiter des Pentagons angegriffen, dasOberkommando der Streitkräfte. Es war ein Psychokrieg gegen dieamerikanische Bevölkerung. Die Täter hatten nicht vor, den Präsidenten zu ermorden - obwohl die Leute, die von einer Bedrohung des Präsidentensprachen, recht hatten. Wenn so etwas geschieht, müssen derGeheimdienst und andere Sicherheitseinrichtungenautomatisch von einer mutmaßlichen Gefährdung des Präsidentenausgehen. Warum sollte jemand die USA angreifen? Natürlich, um sie in dieKnie zu zwingen. Wie wollen sie das tun? Vielleicht, indem siedie Regierung stürzen, indem sie die Zentren der Regierungangreifen. Das war aber diesmal nicht ihre Absicht. Diesmalwollten sie die Bevölkerung in Panik versetzen. Das bedeutet, daß sie die Lage noch nicht reif für einenStaatsstreich hielten. Sie bereiten sich auf eine weitereOperation vor. Aus der "Fußspur" des Gegners zu schließen, wirdes wahrscheinlich etwas Andersartiges sein als letzteWoche. Aber es wird ein großer Angriff auf die amerikanischeBevölkerung sein. Und wenn dann die Bevölkerung völlig in Angst und Schreckenversetzt und mürbe gemacht ist, dann könnte der tatsächlicheStaatsstreich kommen. Das ist die eigentliche Gefahr: einStaatsstreich gegen die Regierung der Vereinigten Staaten.
LaRouche: Wahrscheinlich in der Regierung. Nennen wirihn "Mister X". Mister X ist einerseits Mitglied der Regierungoder der Sicherheitsbehörden. Vielleicht ist er ein ehemaligerhochrangiger Generalstabsoffizier, der jetzt anderswotätig ist. Man kennt ihn unter seinem richtigen Namen; abergleichzeitig hat er noch eine andere Identität als Mitglieddieser Organisation. Außerdem ist bei Aktionen wie dieser die Kommandostrukturschwer zu durchschauen. Es ist eine straff zentralisierteKommandostruktur, aber so, daß jeder Beteiligte nur die Bereicheund Personen kennt, die er für seinen Teilbereich kennen muß,und die unterschiedlichen Teile, die zum Einsatz kommen, nichtwirklich wissen, was sie tun. Das hat es früher auch schongegeben.
Larouche: Die Gefahr liegt in den USA. Ein Angriff vonaußen wäre für jeden Angreifer sehr gefährlich. Wir haben vielvon unserer früheren Stärke verloren, aber wir sind immer nochstark genug. Jedem äußeren Feind, der die USA angreift, würdedas schlecht bekommen. Aber gegenüber Angriffen vonEinrichtungen im Land selbst sind wir verwundbar. Und ich denke,einige Leute in der Regierung, die vermuten, daß ich recht habe,machen sich in dieser Richtung große Sorgen. Wie sagt man es den Amerikanern, daß sie sich einer Gefahr imeigenen Land stellen müssen? Ist es da nicht viel bequemer, zusagen, wir schlagen jetzt gegen irgendjemanden im Ausland los?Vor allem wenn Verrückte wie CNN und Fox Newslautstark fordern, die USA müßten jetzt losschlagen, den "Kriegder Kulturen" führen und die ganze Welt in einenReligionskrieg stürzen, indem sie eine Milliarde Moslemsangreift und wer weiß was noch alles lostritt? Wenn der amerikanische Präsident erklärte: "Hören Sie nicht aufCNN und Fox News, das sind unverantwortliche Clowns,die es darauf anlegen, Sie mit ihren Lügen in den Wahnsinn zutreiben" - das wäre sehr gut.
LaRouche: Zunächst einmal muß man der Wahrheit ins Gesichtsehen. Wir und andere müssen auf die amerikanischeBevölkerung beruhigend einwirken: "Es ist eine schrecklicheBedrohung. Wir streiten das nicht ab. Eine schrecklicheDepression kommt auf uns zu. Wir sollten es nicht ableugnen."Aber wir müssen deutlich machen: Man kann diese Depression inden Griff bekommen. Wir können alles heil überstehen. UnterRoosevelt ist es uns gelungen. Wir haben daraus gelernt, wirkönnen es wieder schaffen. Das muß uns keine Sorge bereiten.Worüber wir uns allerdings Sorgen machen müssen, ist die Frage,ob wir uns selbst ausreichend mobilisieren können, um auch dieRegierung dazu zu bringen, daß sie ihrer Verantwortungnachkommt.
LaRouche: Ja. Es gibt wahrscheinlich in Großbritannienebenso wie bei uns zwei gegensätzliche Fraktionen. Der moderne Terrorismus in seiner gegenwärtigen Form alsMassenphänomen in Europa, den Vereinigten Staaten und anderswowurde im Jahr 1968 geboren. Einige der damaligenHauptbeteiligten des Terrorismus von 1968 sind bis heuteununterbrochen als Terroristen aktiv, z.B. die baskischenTerroristen in Spanien. Der Terrorismus, aus dem die "Afghanzi" hervorgingen, wurde inden Vereinigten Staaten unter dem Einfluß Zbigniew Brzezinskisgeschaffen - der Jimmy Carter als kommenden Präsidenten der USAauswählte und dann dessen Nationaler Sicherheitsberater wurde.Die "Afghanzi" wurden unter Brzezinski im Rahmen der"Afghanistan-Operation" gegen die Sowjetunion ins Lebengerufen. Man wollte den Sowjets ihr "Vietnam" bescheren. DiesePolitik ging weiter bis zum heutigen Tag. In den 80er Jahren gab es dann unter dem Deckmantel der"Terrorismusbekämpfung" das, was als "Iran-Contra-Skandal"bekannt wurde, gesteuert von einem Teil des NationalenSicherheitsrates. Das war eine andere Ebene. Der Terrorismus der 70er Jahre in Italien, Frankreich usw.wurde von Regierungsstellen organisiert. Der Terror der 80erJahre wurde von denselben Kräften gesteuert. Britische,israelische und amerikanische Kreise spielten dabei eineentscheidende Rolle. Einige sehr seltsame Kreise in der NATOwaren daran beteiligt.
LaRouche: Ich glaube nicht, daß Bin Laden bei diesenAnschlägen eine wesentliche Rolle gespielt hat. Aber die Leute,die als Kommandogruppe am Terrorismus der 60er, 70er und 80erJahre oder an den Iran-Contra-Machenschaften - denn es wareigentlich eine terroristische Kleinkriegsoperation - beteiligt waren, laufen heute frei herum. Und aus dieserKommandostruktur kann jemand eine Gruppe zusammenstellen,die Zugang zu allen möglichen Ressourcen hat und die weiß, wieman solche Dinge tut. Der Kopf hinter solchen Sondereinsätzen muß ein ganzbestimmter Typ von Militär sein. Wonach wir suchen müssen, sindsehr hochrangige militärstrategische Spezialisten, diewissen, wie man eine so technisch perfekte und fachmännischausgeführte Operation wie die Anschläge auf New York undWashington organisiert. Kein Amateur würde so etwaszustandebringen, ebensowenig ein wildverwegener Terrorist.Solche Leute können Handlangerdienste übernehmen, sie bildendie "Hilfstruppen". Aber sie sind nicht in der Lage, eine solcheOperation, wie wir sie erlebt haben, zu organisieren unddurchzuführen. Aber diese Leute auf der Kommandoebene sind noch da. Niemand hatsie enttarnt. Niemand hat sie unschädlich gemacht. Sie sindbereit, erneut zuzuschlagen. Und das Verhalten von Medien wieCNN wird sie massiv ermuntern und bestärken, ihren Plänenentsprechend zuzuschlagen. Die einzige Verteidigung, die wir derzeit haben, ist eineverstärkte Wachsamkeit von Leuten in der politischenKommandostruktur und anderen Bereichen - eingeschlossenvielleicht auch wichtige Leute im Weißen Haus - , die dasProblem erkannt haben, auch wenn sie sich in derÖffentlichkeit nicht darüber äußern, und vielleichtentsprechend dagegen vorgehen.
LaRouche: Es handelt sich um eine ähnliche Operation. DerBombenanschlag in Oklahoma erforderte Fähigkeiten, über dieweder Timothy McVeigh noch sein Mittäter verfügten. Jemand hatdafür gesorgt, daß die Sache nicht weiter verfolgt wurde. UndMcVeigh war bereit, sich als eine Art "Märtyrer" für seine Sachehinrichten zu lassen.
LaRouche: Sie befürchten, daß die USA etwas Verrücktesvorhaben, was schlecht für die USA und für alle anderen wäre,nämlich einen Vergeltungsangriff. Rache ist in derMilitärwissenschaft das schlechteste Konzept. Man führe niemalseinen Krieg aus Rache, niemals! Rache ist ein Motiv, das in ein finsteres Zeitalter derZivilisation führt. Wer so etwas vorschlägt, weiß nicht, was ertut. Solche Leute sollte man aus der militärischen undpolitischen Führung unbedingt heraushalten. Sofort entlassen!Sie sind eine Bedrohung für Zivilisation und Weltfrieden. Das ist die eine Befürchtung, aber es gibt noch einen weiterenAspekt. Die größte Angst der Regierungen der Welt ist nicht, wasdie USA tun könnten. Die eigentliche Angst, die u.a. Frankreichund Deutschland vergangene Woche äußerten, ist - und sietrafen bewußt diese Wortwahl - daß ein solcher Angriff einen"Kampf der Kulturen" auslösen könnte. "Kampf der Kulturen", das ist das Denken Zbigniew Brzezinskis.Ich sage nicht, daß Brzezinski hinter den Terroranschlägenauf New York und Washington steckt. Aber dieses Denken istGeisteszustand eines Menschen, der so etwas tun würde. Es magnicht Brzezinskis Absicht sein, aber dieser Geisteszustandkönnte andere dazu verführen, so etwas zu tun.
LaRouche: Nein, der Zweck der Operation ist im Grundeeinfach zu verstehen. Die Länder auf dem eurasischen Kontinent und den benachbartenInseln verstärken schrittweise ihre wirtschaftlicheZusammenarbeit, um so den Kontinent vor den Auswirkungen desFinanz- und Währungszusammenbruchs zu bewahren. Letztlichläuft es darauf hinaus, daß sich der Kontinent zu einereinheitlichen Wirtschaftsmacht zusammenschließt. Westeuropa beispielsweise, das heute bankrott ist, könnte dannneue Exportmärkte für Hochtechnologie in China, Indien usw.erschließen. Es gäbe langfristige Vereinbarungen und umfassendeInfrastrukturvorhaben, die in Eurasien neue Arbeitsplätzeund neuen Wohlstand schaffen. Auf diese Weise würde Eurasienzu einer Macht. Nun gibt es bestimmte Leute in den Vereinigten Staaten undGroßbritannien, die meinen, sie seien "die englischsprachigeSeemacht, die die ganze Welt beherrscht". Sie halten einesolche Zusammenarbeit zwischen Japan, Rußland, China,Indien, Südostasien und Westeuropa für eine langfristigeBedrohung ihrer Herrschaft als See- und Finanzmacht. Deshalb sagen Leute wie Brzezinski und Kissinger: "Wir müssendas verhindern." Wie macht man das? Man zettelt Kriege an. Imletzten Jahrhundert wurden aus diesem Grund zwei Weltkriegegeführt. Jetzt droht uns der dritte geopolitische Krieg inhundert Jahren. Brzezinski will diesen Krieg, um zu verhindern,daß die Nationen Zentralasiens der Angelpunkt für dieVerbindung Ostasiens und Westeuropas werden. Ich dagegen bin natürlich der Ansicht, daß es auch imInteresse der USA liegt, wenn sich Eurasien auf diese Weisevereinigt und es in Asien einen großen Wirtschaftsaufschwunggibt. Die USA sollten sich daran beteiligen und diese Region alsMarkt erschließen, so daß wir wieder produzieren und unsereProdukte in diese Teile der Welt exportieren können. Aber einigeLeute in Amerika und England denken eben grundsätzlichanders. Diese Leute setzen auf die "Waffe" des Religionskrieges. Siekönnten Israel verleiten, einen Religionskrieg im NahenOsten zu beginnen. Israel kann einen Nahostkrieg auf Dauernicht gewinnen. Es hat zwar die konventionelle militärischeÜberlegenheit, um einen Krieg kurzfristig zu gewinnen, aber eskönnte die eroberten Gebiete nicht halten. Es würde sich bei demVersuch, die Gebiete zu besetzen und zu halten, selbstzerstören. Deshalb könnte es sich gezwungen sehen, sogenannteMassenvernichtungswaffen einzusetzen. Das würde den ganzenKontinent in Flammen zu setzen. Manche Leute sind dagegen, daßdie Israelis das tun. Andere sagen, die USA sollten das selbstin die Hand nehmen - wie beim Golfkrieg: "Haltet die Israelisraus, wir selbst machen das mit dem Irak."
LaRouche: Einfach nur Geld in Märkte zu pumpen, halte ichfür völlig falsch. In dieser Frage gibt es zwei Lager in denUSA. Allgemein ist klar, daß wir angesichts desFinanzzusammenbruchs etwas tun müssen. Die Wall Street gehtunter. Greenspan und andere drücken nun auf den Alarmknopf:"Bailout! Rettung der Geldmärkte um jeden Preis! Was kümmert unsnächste Woche, wir brauchen Geld für morgen." Diese Leute sindvöllig verzweifelt. Andere - wichtige Bankiers, politischeinflußreiche Persönlichkeiten - stimmen überhaupt nicht mitGreenspan überein. Ihrer Ansicht nach sollte man ganz andersvorgehen, etwa in die Richtung, die ich vorgeschlagen habe. Die Regierung sollte das Geld nicht zum Fenster herauswerfen, umbankrotte Unternehmen zu retten. Was tut man, wenn einUnternehmen technisch bankrott, aber unverzichtbar ist? Wierettet man es? Man unterstellt es einem Konkursschutz, damites weiterarbeiten kann. Bestimmte Dinge werden eingefroren. Manschützt das Unternehmen vor der Schließung. Dann organisiert dieRegierung Kredite. Nicht in Form von Bargeld, sondern in Formvon Kreditlinien - ähnlich wie "Anschreibenlassen". DieRegierung stellt Kredite zu Verfügung, die garantieren, daß dasUnternehmen oder die Unternehmensgruppe oder sogar einganzer Industriezweig in den kommenden zehn bis zwanzig Jahrennormal weiterarbeiten kann. Das Unternehmen wird reorganisiertund wird einen Weg finden, mit seinen derzeit unbezahlbarenSchulden fertigzuwerden. Wir wollen nicht noch mehr Aktienspekulation. Wir wollenkein Geld ausgeben, um die Aktienkurse zu stützen. Wir sollten[der Luftfahrtindustrie] sagen: "Wir gewähren eurer BrancheKonkursschutz. Wir haben einen Notstand. Er ist durch dieWeltfinanzkrise entstanden und wurde durch die jüngstenschrecklichen Ereignisse in New York und Washington nochverstärkt. Unter diesen Notstandsbedingungen werden wireure Produktion durch die Macht der Regierung schützen. Wirwerden uns auch an den Kongreß wenden und euch langfristigeKredite besorgen. Wie lange braucht ihr für den Wiederaufbau?Zehn Jahre? Zwanzig Jahre? Ihr bekommt die nötigen Gelder. Nichtin bar, nicht als Zahlung an die Aktionäre, sondern alsGarantie, damit ihr weiterarbeiten könnt. So könnt ihr eureAusrüstung halten und weiter fliegen." Auf die gleiche Weise muß man das Eisenbahnnetz schützen. Esgeht hier um einen nationalen Wert. Die Eisenbahn ist einwesentlicher Teil unserer nationalen Infrastruktur. Wirbrauchen sie. Deshalb werden wir nicht tatenlos zuschauen, wiesie untergeht. Es mag sich um Privatunternehmen handeln, aberdie Tätigkeit dieser Unternehmen kommt uns allen zugute. Daherschützen wir unsere Interessen, wenn wir diese Unternehmenerhalten. Es gibt viele solche Fälle. In der Energiewirtschaft und beiden Versorgungsunternehmen ist es ähnlich. Andere Bereicheder Wirtschaft gehen unter. Auch hier müssen wir ähnlichhandeln. Wir müssen die Finanzen reorganisieren. Alles muß einemgeordneten Konkursverfahren unterzogen werden. Wir müssenKreditlinien organisieren, um den Menschen wieder Arbeit zugeben. Das ist die Lösung. Wir können alles reorganisieren. Aber wiekönnen wir nun im Zuge dieser Reorganisationlebensfähige Unternehmen und eine lebensfähigeVolkswirtschaft aufbauen? Man braucht einenWachstumsfaktor. Die neuen Arbeitsplätze müssen realenReichtum erzeugen. In den USA und weltweit herrscht großer Mangel anInfrastruktur. Deshalb müssen wir zwei Dinge tun: Erstensmüssen wir eine Exportoffensive beginnen, vor allem inZusammenarbeit mit Eurasien. Wir verpflichten uns, Güterherzustellen, die die Welt für die Entwicklung derInfrastruktur benötigt: Schienennetze und andere Dinge, diesie benötigen. Moderne Technik für regionale Projekte überallin der Welt. Wir werden diese Güter im Rahmen langfristigerVereinbarungen herstellen. Und daneben werden wir gleichzeitigin unserer Wirtschaft Arbeitsplätze schaffen, indem wir dieInfrastrukturentwicklung im eigenen Land ankurbeln - u.a.die Versorgungsbetriebe, die wir dringend brauchen. Die US-Wirtschaft arbeitet derzeit mit Verlust. Das beweistunser Leistungsbilanzdefizit. Wir müssen wieder einenZustand erreichen, wo wir mehr produzieren und verdienen, alswir verbrauchen und ausgeben. Natürlich nicht, indem wir dieZahl der Esser verringern! Sondern indem wir den Menschen, dieheute arbeitslos oder unterbeschäftigt sind, Arbeit geben, umdie Güter zu produzieren, die wir benötigen. Dies sollte die Regierung tun. |