China und Südafrika haben eine „Initiative zur Unterstützung der Modernisierung in Afrika“ ins Leben gerufen, um die Modernisierung als „gemeinsames Ziel und unveräußerliches Recht aller Länder der Welt“ voranzutreiben. Chinas Ministerpräsident Li Qiang und Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa unterzeichneten sie am Rande des G20-Gipfels vom 22.-23.11. in Südafrika. (Einige Beobachter sehen darin das einzige bedeutende Ergebnis des Gipfels der zunehmend irrelevanten Gruppe.)
Die Initiative soll afrikanischen Ländern helfen, ihre eigenen Wege der Entwicklung zu finden, wobei der Schwerpunkt auf der trilateralen und multilateralen Zusammenarbeit liegt. Für viele unterentwickelte Länder ist das chinesische Modell der Modernisierung sehr attraktiv, weil es dem Land in relativ kurzer Zeit gewaltige Fortschritte ermöglicht hat, ohne den Vorgaben der westlich dominierten Institutionen zu folgen.
Die transatlantische Welt ist aber keineswegs von der Initiative ausgeschlossen, in ihr wird vorgeschlagen, daß sich die internationale Gemeinschaft an der wirtschaftlichen, sozialen und technologischen Transformation des Kontinents beteiligt. Dies steht ganz im Einklang mit der langjährigen Forderung von EIR und dem Schiller-Institut, daß Europa gemeinsam mit China dazu beiträgt, Afrikas Infrastruktur und Industrie aufzubauen.
Leider wurde der Ansatz der Europäer beim EU-Afrika-Gipfel in Angolas Hauptstadt Luanda am Tag nach dem G20-Gipfel dieser Forderung nicht gerecht. Dort drehte sich alles um „grüne Investitionen” und „erneuerbare Energien”, vor allem Solarenergie, wofür Europa rund 20 Mrd.€ zusagte. In Bezug auf Infrastruktur wird im Abschlußdokument die Modernisierung des Lobito-Korridors erwähnt, eine Bahnverbindung von den mineralreichen Gebieten Sambias, Angolas und der DR Kongo zum Atlantik - vermutlich, damit die begehrten Rohstoffe schneller und effizienter zu westlichen Häfen transportiert werden können.
Was die Rolle Washingtons angeht, so boykottierte Präsident Trump nicht nur den G20-Gipfel mit der abstrusen Begründung, Südafrikas Regierung begehe „Völkermord an der weißen Bevölkerung“, sondern kündigte auch an, Südafrika 2026 nicht zum G20-Gipfel in Florida einzuladen. Ein weiterer empörender Schritt war, daß das US-Außenministerium Mitte November der ehemaligen südafrikanischen Außenministerin Naledi Pandor ihr Visum entzog. Es gab dafür keine Begründung an, aber wahrscheinlich will man Pretoria und Pandor persönlich dafür bestrafen, daß sie Israel wegen Völkermords vor den Internationalen Gerichtshof (IGH) gebracht haben. Frau Pandor hat auch auf mehreren Konferenzen des Schiller-Instituts gesprochen und die Arbeit des Instituts für Frieden und Entwicklung unterstützt.
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