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Britisches Gesundheitsinstitut NICE: Briten sollen unter mehr Rückenschmerzen leiden

Wenn man in Großbritannien mehr als ein Jahr unter Rückenschmerzen gelitten hat und Ärzte die Ursache nicht auffinden können, sollte man nach der Meinung der Bürokraten des NICE [National Institute for Health and Clinical Excellence] weiterhin leiden. Das NICE hat angeordnet, daß Patienten dann nicht mehr hochwirksame Steroide wie Kortison zur Schmerzlinderung erhalten sollen, sondern stattdessen Behandlungen wie Akupunktur und Osteopathie angeboten werden. Das Nationale Gesundheitsamt stellt jährlich etwa 60.000 Steroidspritzen zu Verfügung, was NICE auf maximal 3000 reduzieren will, bloß um Geld zu sparen.

Die Entscheidung hat unter Ärzten, die auf dem Gebiet der Behandlung von chronischen Rückenschmerzen spezialisiert sind, für Aufregung gesorgt. Dr. Jonathan Richardson, ein Spezialist für Schmerztherapie, hat mit fünfzig anderen Medizinern einen Brief an NICE verfaßt, in dem sie fordern, diese Entscheidung zurückzunehmen. Er sagte der britischen Tageszeitung [i]Daily Telegraph: [/i]"Die Konsequenzen der Entscheidung des NICE werden für tausende Patienten verheerend sein. Es wird dazu führen, daß mehr Menschen stattdessen Opiate nehmen, die süchtig machen, und zu 2000 Todesfällen pro Jahr führen. Mehr Menschen werden sich Wirbelsäulenoperationen unterziehen müssen, die unglaublich riskant sind und bei denen die Quote von missglückten Operationen bei 50% liegt."

NICE ist das ausdrückliche Vorbild der amerikanischen Gesundheits-"Reform-Pläne". In Deutschland besteht über das öffentliche IQWIG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) eine Kooperation mit NICE.