06131-237384info@bueso.de

Club von Rome fördert malthusianisches Energieprojekt

Für das €400 Mrd-Projekt "Desertec" sollen laut dem [i]Spiegel[/i] vom 16. Juni zufolge von einem Konsortium aus 20 Firmen in der Wüste Nordafrikas eine Reihe von Solarkraftwerken gebaut werden. Als Vorbild dient dabei das "Solar One" Solarkraftwerk in der Kalifornischen Wüste. Für das Projekt soll mittels Parabolspiegeln solare Wärmeenergie zur Erhitzung von Wasser genutzt werden, um dann die Turbinen eines lokalen Kraftwerks anzutreiben. Der so gewonnene elektrische Strom soll dann nach Europa geliefert werden.

Bekannt ist bereits, daß der Versicherungsgigant Münchner Rück, Siemens, Deutsche Bank und RWE zum Konsortium gehören. "Desertec" ist eine PR-technisch aufpolierte Neuauflage eines Planes, der schon seit Jahren umhergeistert. Unterstützer dieses Vorhabens sind die üblichen Verdächtigen, wenn es gegen wirkliche weltweite Entwicklung und den Einsatz der Kernenergie geht: neben dem ehemaligen britischen Premier Blair und Erderwärmungsfanatiker und Malthusianer Al Gore finden sich hier auch die sog. [i]Climate Group[/i], zu der die alten britisch-imperialen Banken [i]Standard & Chartered[/i] und [i]HSBC[/i] gehören.

Das Werbematerial, das sich auf der Webseite der Desertec Stiftung findet, und für welches der Club of Rome die Finanzierung stellt, liest sich eher wie ein Investment-Prospekt zur Schaffung einer neuen Spekulationsblase als ein Energieplan. Dem Promo-Material sind weder Angaben über die geplante Größe der Solarkraftwerke zu entnehmen, noch läßt sich feststellen, wieviele dieser Anlagen gebraucht würden, um die 15% des Strombedarfs Europas zu liefern, von denen man viel herumtönt. Dieses inhärent  zerstörerische Ziel ist aber nicht realisierbar.

Werfen wir doch mal einen näheren Blick auf diesen Energieplan. Er baut zuallererst auf der falschen Annahme auf, daß "erneuerbare" Energiequellen wie Sonne und Wind die Produktion von Strom durch Kernkraft und ähnliche Hochtechnologie ersetzen könnten. Geht man davon aus, so hat das mörderische Konsequenzen, denn der nötige Energiebedarf der Menschheit könnte damit niemals gedeckt werden. Die Solarkraftwerke arbeiten nur mit Unterbrechungen bei einem Faktor von etwa 25%, was großzügig bemessen ist. Das bedeutet, daß die Kraftwerksanlagen nur etwa während eines Viertels der Zeit Strom erzeugen würden. Zum Vergleich: ein Kernkraftwerk produziert während 95% der Betriebszeit.

Der andere Punkt betrifft den Wasserbedarf der Anlagen. Die Wüste Nordafrikas ist bekanntermaßen wasserarm. Die Solarkraftwerke brauchen jedoch viermal soviel Wasser wie herkömmliche Gaskraftwerke, um den Wasserdampf wieder kondensieren zu können, um ihn dann erneut in Dampf zu verwandeln, der dann letztlich die Turbinen antreiben soll.

Noch ein weiterer Faktor kommt dazu: Solarkraftwerke produzieren keine nennenswerten Mengen an Prozeßwärme. Man kann den Wasserdampf zur Erzeugung von Elekrizität [i]oder[/i] zur Entsalzung von Meerwasser nutzen - beides gleichzeitig geht nicht. Mit einem Hochtemperaturreaktor der vierten Generation wäre beides möglich: die Herstellung industrieller Prozeßwärme erlaubt  Meerwasserentsalzung [i]und [/i]die Erzeugung von elektrischem Strom.  Und das ist genau das, was für eine großangelegte Entwicklungsperspektive in Afrika, für den Aufbau von Infrastruktur, Industrie und Landwirtschaft gebraucht wird.