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Drogenhandel: Die internationalen Banken gehören auf die Anklagebank

Antonio Maria Costa, ehemaliger Leiter der UN-Drogenbekämpfungsbehörde [i]UNODC[/i], attackierte in einem Interview mit [i]CNN[/i] am 6. November die internationalen Versuche, den Rauschgifthandel zu legalisieren und wies erneut auf dessen Hintermänner in der internationalen Bankenwelt hin.

Am Tag zuvor hatten der ehemalige Generalsekretär der UN, Kofi Annan, und Brasiliens Ex-Präsident Henrique Cardoso in einem gemeinsamen Beitrag auf [i]CNN[/i] unter Bezug auf die jüngsten Massaker der Drogenmafia in Mexiko den „Krieg gegen das Rauschgift“ als gescheitert bezeichnet und sich für die Freigabe von Drogen ausgesprochen. Auf diese Argumentation angesprochen, erwiderte Costa, daß die [seit Anfang des Jahres etwa 10.000] Toten in Mexiko eine Folge der Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Drogenkartellen, begünstigt durch örtliche Korruption, seien. Costa weiter: „Der zweite Aspekt, der meines Erachtens der bedeutsamere ist, ist die Anklage gegen das Bankensystem. Mal beiseite gelassen, was in der [url:"/node/5882"]Finanzkrise 2008 passierte[/url] – es sind die gewaltigen Summen an Geldern, die durch das System der etablierten Banken gewaschen werden. Sie werden sich an den Fall der [i]Wachovia-Bank[/i] erinnern, die in den USA 2010 angeklagt und für schuldig befunden wurde, 484 Milliarden Dollar [an Drogengeldern] gewaschen zu haben. [i]Citibank[/i] – das gleiche. Und kürzlich dann die [i]HSBC[/i]. Die angesehensten Namen der Bankenwelt sind darin involviert.“

Und zur Forderung nach Legalisierung oder Entkriminalisierung von Drogen sagte Costa: „Ich bin auch der Meinung, daß man Drogenabhängige nicht kriminalisieren und bestrafen sollte. Das sind kranke Menschen, die ins Krankenhaus und nicht ins Gefängnis gehören. Aber was die Drogenhändler angeht, da bin ich hart und entschieden - diejenigen also, die Milliarden von Dollar mit dem Leiden und den Schmerzen der Abhängigen machen.“

Derzeit versuchen vor allem Rußland und China, den Kampf gegen den ausufernden Drogenhandel, unter anderem als Folge des Afghanistan-Krieges, auf die Tagesordnung des UN-Sicherheitsrates zu setzen.