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Erneut Stimmen für Glass-Steagall-Bankentrennung aus London

Liam Halligan, der bekannte Chefökonom von Prosperity Capital Management, rief in seiner Kolumne im Daily Telegraph am 1.12. dazu auf, "die Geschäftsbanken von Investmentbanken zu trennen, genau so wie bei 'Glass-Steagall'." Der jüngste Stabilitätsreport des Finanzpolitischen Ausschusses der Bank of England habe gezeigt, daß die britischen Banken "undeklarierte Verluste in Höhe von multi-Milliarden Pfund" in ihren Büchern haben, die sie in "Zweckgesellschaften außerhalb der Bilanz" führen. Halligan verweist auf die Forderung des gegenwärtigen Gouverneurs der Bank of England an die britischen Banken, die Kapitaldecke massiv aufzustocken und verlangt die volle Offenlegung dieser toxischen Papiere. Glass-Steagall sei für das "britische Hochleistungsbankensystem" "der einzige Weg", ein "sicheres Bankensystem" zu gaantieren. Die entscheidende Frage sei, bis zu welchem Grad der neue Gouverneur der Bank of England, Mark Carney (Kanada), dieser Ansicht, die auch Mervyn King teile, folgen werde.

Ohne ausdrücklichen Bezug auf Glass-Steagall sprach sich der frühere Bundesbankchef Axel Weber, jetzt Verwaltungsratspräsident der Schweizer UBS, im SPIEGEL diese Woche für eine Trennung von Investmentbanking vom Einlagenschäft aus. Weber sagte, er gehe davon aus, daß sich "eine Form des Trennbankensystems außerhalb der Schweiz" durchsetzen werde.

Solche Kommentare sind zwar nützlich, aber sie ersetzen nicht die politische Aktion. Vor allem muß klar sein, daß ohne einen Ausstieg aus dem Euro und das Gesamtpaket von strikter Glass-Steagall-Bankentrennung, Einfrieren des Giftmülls und produktiver, souveräner Kreditschöpfung zur Ankurbelung der Realwirtschaft und für grenzübergreifende große Infrastrukturprojekte der drohende Absturz ins finanzielle und politische Chaos nicht gestoppt werden kann. Es geht eben nicht um monetaristische Reformen eines bankrotten Systems, sondern um die Zukunft der Menschheit, um die sich jeder Staatsbürger kümmern muß!

Sehen Sie dazu den Panel der jüngsten Konferenz des Schiller-Instituts "Es gibt Leben nach dem Euro! Welche Art Europa wollen wir?" auf http://www.schiller-institut.de/konferenz-november-2012/konf.html