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Der Fall Skripal: Was verbirgt London?

Während China und Rußland wirtschaftlich erstarken, steht die transatlantische Welt vor der nächsten Finanzkrise. Der Traum der unipolaren Welt ist ausgeträumt, das anglo-amerikanische Empire sieht seine Felle davonschwimmen. Ist das der Grund für die schrillen Töne aus London? Einige Kommentare der letzten Tage:

Sputnik International zitierte am 13. März in einem Artikel über Einschätzungen des Giftanschlags auf den russischen ex-Agenten Skripal und seine Tochter zu Beginn ihres Überblicks Helga Zepp-LaRouche. Unter Bezug auf Theresa Mays Behauptung, Rußland sei dafür verantwortlich, heißt es: „Tatsächlich könnte der Mordversuch in Wirklichkeit ein 'schmutziger Trick' der britischen Geheimdienste sein, um damit Rußland zu diskreditieren, so Helga Zepp-LaRouche, Vorsitzende der Bürgerrechtsbewegung Solidarität. Laut Helga Zepp-LaRouche sehe dieser Vorfall nach der 'Erfindung eines weiteren Litwinenko-Falls aus, als Vorwand für eine weitere anti-russische Eskalation...'.“.

Ein anderer Analyst, Marcello Ferrada de Noli, Gründer des von „Schwedischen Ärzten für Menschenrechte“ herausgegebenen Magazins Indicter, bezeichnete die Anschuldigung, Rußland habe einen früheren Spion, der nicht länger eine Gefahr für Rußlands Sicherheit darstellt, in Großbritannien mit einer aufsehenerregenden Aktion beseitigen wollen, als „absurd“. De Noli sagte außerdem zu dem Nervengas Novichock, dieses sei ursprünglich nicht in Rußland, sondern in Usbekistan produziert worden. Nach 1991 habe Usbekistan mit den Vereinigten Staaten bei der Reinigung der Labors zusammengearbeitet. Es sei nicht auszuschließen, daß das Nervengas aus Usbekistan herausgeschmuggelt worden sei.

Ferner wird Nikolai Kovalev, früherer Direktor des Russischen Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) zitiert: „ Es sieht so aus, als seien britische Geheimdienste darin verwickelt. [Überläufer] stehen total unter Überwachung... Die Geheimdienste verfolgen sie, sie wissen, wo sie sind und kennen ihre Termine. Und dann gibt es solche eigenartigen Ereignisse [eine Serie von Mordanschlägen] hintereinander...“

Der frühere britische Botschafter in Usbekistan, Craig Murray, sagte, es handele sich seiner Ansicht nach um den Versuch, wie vor dem Irakkrieg eine Lüge wie das damalige „Massenvernichtungswaffen-Dossier“ zu erfinden, wobei diesmal Putin persönlich für den Giftgasanschlag verantwortlich gemacht werden solle. Großbritannien habe sich geweigert, der Organisation for the Prevention of Chemical Weapons (OPCW) Proben des angeblich verwendeten Nervengases zu übergeben, dessen Existenz im übrigen sowohl von der OPWC als auch vom britischen Zentrum für Chemiewaffen Porton Down bisher überhaupt angezweifelt worden sei. Schon allein deshalb sei eine eindeutige Zuordnung zu Rußland überhaupt nicht möglich.