Nach fast 20 Jahren Verhandlungen wurde am 26.1.26 in Neu-Delhi ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und Indien unterzeichnet. Laut der EU könnte insbesondere die deutsche Automobilindustrie von dem Abkommen profitieren, da Indien bisher Zölle von bis zu 110 % auf Fahrzeugimporte aus der EU erhoben hat. Diese Zölle sollen nun schrittweise auf 10 % für mindestens 250 000 Fahrzeuge pro Jahr gesenkt werden, während sie für Autoteile nach fünf bis zehn Jahren vollständig abgeschafft werden sollen. Zudem wird Indien eine Obergrenze von 200.000 Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor pro Jahr festlegen und den niedrigeren Zollsatz außerdem nur auf Fahrzeuge mit einem Preis über 17.739 US-Dollar anwenden. In den kommenden Jahren soll der Zoll weiter gesenkt werden, was den europäischen Automobilherstellern zugutekommen wird. Dies ist ein bedeutender Vorteil für Europa, da Indien bei den Autoverkäufen nur hinter den USA und China liegt. Die EU möchte ihren Anteil an den indischen Autoverkäufen von derzeit 4,4 Millionen pro Jahr erhöhen. Derzeit beträgt ihr Anteil lediglich 4 %.
Laut EU würden ebenfalls Zölle von bis zu 44 % auf Maschinen, 22 % auf Chemikalien und 11 % auf Arzneimittel weitgehend abgeschafft werden.
Es wird jedoch noch einige Zeit dauern, bis das Abkommen endgültig unterzeichnet werden kann. Der Text muss zunächst rechtlich geprüft und anschließend in alle Amtssprachen der EU übersetzt werden. Anschließend muss er von den Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament genehmigt werden. Bereits zwischen 2007 und 2013 fanden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt statt. Die Gespräche scheiterten damals und wurden erst 2022 wieder aufgenommen.
Quelle: eirna.de
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