06131-237384info@bueso.de

Haben die Österreicher mehr Mut, mit China zusammenzuarbeiten?

Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien, seit langem schon ein engagierter Verfechter der Kooperation mit China, legte gestern erneut ein Plädoyer für den  österreichischen Anteil am Ausbau der Neuen Seidenstraße vor:

“Was die „neue Seidenstraße” ist, ist leicht zu erklären,” schrieb er in einem Aufruf. “Sie ist ein Teil unserer wirtschaftlichen Zukunft. Denn die neuen Handelswege zwischen China und Europa werden dafür sorgen, dass der Warenaustausch zwischen zwei mächtigen Wirtschaftsregionen schneller und effizienter wird. Und sie werden dafür sorgen, dass die Länder, die Teil der neuen Seidenstraße sind, einander näher kommen.” Ruck weiter: “Nicht nur bei Export und Import, sondern auch bei Infrastrukturprojekten, der Energieversorgung und bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen. Das bedeutet zusätzliches Wirtschaftswachstum, wie auch die heimischen Logistik- und Speditionsbetriebe wissen. Laut einer aktuellen Umfrage unter ihnen halten 85 Prozent der Befragten die neue Seidenstraße für ein wichtiges Thema. 91 Prozent erwarten positive Auswirkungen auf Österreich.”

Damit diese Auswirkungen auch eintreten, müsse Österreich allerdings aktiver Partner der Seidenstraßen-Initiative werden, “wie das Dutzende Länder der Welt bereits getan haben - darunter alle Länder Osteuropas,” schrieb Ruck. Das bedeute eine leistungsfähige Anbindung an die neue Seidenstraße über die Verlängerung der (russischen) Breitspurbahn vom Osten der Slowakei bis in den Raum Wien. “Die neue Seidenstraße findet sonst ohne uns statt, und uns bleibt nur die Zuschauerrolle. Die Politik ist daher aufgerufen, dieses Projekt mit Nachdruck zu verfolgen. Ihr Einsatz wird mit tausenden neuen Arbeitsplätzen und einem höheren Wirtschaftswachstum belohnt werden. Aus meinen Gesprächen in China weiß ich, dass das Land ein starkes Engagement Österreichs sehr begrüßen würde,” schloß Ruck seinen Aufruf an die Politik.

Zusammen mit dem Direktor der Österreichischen Bundesbahnen, Andreas Matthä, reiste Ruck im September 2017 nach China, um Österreich nach der abrupten Absage der Regierung an eine Teilnahme am wichtigen Belt-and-Road-Gipfel in Beijing im Mai wieder ins Spiel zu bringen. Und: er und Matthä forderten, daß die neue österreichische Regierung unbedingt das Bekenntnis zur Neuen Seidenstraße ins Regierungsprogramm schrieben müsse—was dann auch geschah und Österreich zum ersten Land in Europa machte, das dies tat. Solch ein Engagement wünschte man sich auch von Spitzenvertretern der deutschen Politik und Wirtschaft. Europa würde davon profitieren, und China natürlich auch--”win-win” eben, Vorteile für beide Seiten!