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Horn von Afrika - Frieden durch Entwicklung!

Noch vor wenigen Monaten litten die Menschen am Horn von Afrika unter Krieg, Terrorismus und Piraterie. Jetzt aber haben sich die Nationen der Region - Äthiopien, Eritrea, Dschibuti, Somalia und Südsudan - unter dem Einfluß der Gürtel- und Straßen-Initiative (BRI) für einen Kurs für Frieden und Wohlstand entschieden. Die von China 2017 fertiggestellte Standardspurbahn vom Hafen Dschibuti nach Addis Abeba hat bewiesen, wie sehr die Region davon profitieren kann, wenn man anstelle von Konflikten auf gemeinsame Wirtschaftsentwicklung setzt. 

Staats- und Regierungschefs von Dschibuti, Äthiopien, Somalia und Südsudan nahmen am Gipfeltreffen des Forums für China-Afrika-Kooperation (FOCAC) am 3.-4.9. in Beijing teil und hatten Treffen mit Präsident Xi Jinping, auch Eritrea entsandte eine hochrangige Delegation. Gleich nach der Rückkehr reisten der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed Ali und der somalische Präsident Mohamed Abdullahi „Farmajo“ Mohamed am 6.9. nach Asmara zu einem Gipfeltreffen mit Eritreas Präsident Isaias Afewerki. Noch vor wenigen Monaten hatten diese Regierungen nicht einmal miteinander geredet. Sie unterzeichneten eine Vereinbarung über umfassende Kooperation und koordinierte regionale Sicherheit und Frieden.

Zusätzlich verhandelten die Außenminister der drei Staaten am 6.9. in Dschibuti über den Grenzstreit zwischen Eritrea und Dschibuti, und dem Vernehmen gab es dabei Fortschritte.

Die wichtigste treibende Kraft hinter den faszinierenden Veränderungen in der Region ist der äthiopische Ministerpräsident Abiy, der nach seinem Amtsantritt in diesem Jahr die Beziehungen zu Eritrea nach fast zwei Jahrzehnten nichterklärtem Krieg normalisiert hat. Eritrea war fast schon ein gescheiterter Staat, sein größter „Export“ waren Migranten. Dank der erneuerten Verbindungen zu Äthiopien und anderen Ländern ist es nun ein fester Bestandteil der BRI. Seine beiden Häfen Assab und Massawa werden bald wichtige Zugangshäfen für den Handel mit Äthiopien, einem Land mit 100 Mio. Menschen, werden. Ein Symbol für diese Zukunftschancen war, daß am 5.9. zum erstenmal seit 20 Jahren ein äthiopisches Handelsschiff in Massawa anlegte.

Abiy eröffnete in Asmara offiziell die Botschaft, besichtigte Assab und Massawa und nahm an der Wiederöffnung eines der beiden Grenzübergänge teil, die 20 Jahre lang geschlossen waren.

Im Südsudan hat Präsident Salva Kiir vor einigen Wochen einen Aussöhnungsprozeß mit Oppositionsgruppen begonnen, die seit langem einen bewaffneten Kampf gegen die Regierung führen. In seinem Treffen mit ihm am Rande des FOCAC bot Präsident Xi Chinas uneingeschränkte Unterstützung bei diesem Aussöhnungsprozeß an. Wenn er Erfolg hat, wird dies die Integration des Landes mit den anderen Volkswirtschaften der Region ermöglichen.

Diese Entwicklungen tragen dazu bei, die Ziele der Afrika Agenda 2063 zu verwirklichen: mit modernen Infrastrukturverbindungen (u.a. einem kontinentalen Hochgeschwindigkeitsbahnsystem), großen Wasser- und Elektrifizierungsprojekten (wie dem Grand Inga Damm), modernster Industrie und Landwirtschaft, der Entwicklung von Weltraumkapazitäten, sollen endgültig Armut, Hunger, Krankheiten überwunden werden. Afrika wird, vor allem mit seiner schnell wachsenden, jungen Bevölkerung eine hervorragende Rolle in der Weltwirtschaft spielen - ein Potential, das Präsident Xi Jinping beim kürzlichen BRICS-Gipfeltreffen in Johannesburg besonders positiv hervorhob.

Auch Deutschland wäre gut beraten, die kolonialistische  Ideologie "angepaßter Technologie" von Kleinstprojekten endlich über Bord zu werfen und sich an den anstehenden Großprojekten und der Entwicklung Afrikas zu beteiligen! Das wird auch der einzige Weg sein, Frieden zu schaffen und Probleme wie die Flüchtlingskrise zu lösen.