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Konferenz in Südkorea wirbt für „Werte und Geist der Neuen Seidenstraße“

Am 21-24. August fand in Gyeongju in Südkorea - der alten Hauptstadt Koreas - die „Internationale Akademische Seidenstraßen-Konferenz 2015“ zum Thema „Aufbau der Seidenstraßen-Studien als eigenständiger Forschungsdisziplin“ statt. Die Konferenz war der Auftakt zum Internationalen Kulturfest der Seidenstraße 2015 in Gyeongju, das noch bis zum 18. Oktober andauern wird. An der Konferenz nahmen Redner aus mehreren Dutzend Nationen teil, die insgesamt 58 Vorträge hielten.

Helga Zepp-LaRouche, die Vorsitzende des Schiller-Instituts, war eingeladen, im Rahmen dieser Konferenz eine Vortragsrunde über „Konzepte und Bedeutung der Seidenstraße“ zu leiten. Da sie leider verhindert war, übernahm an ihrer Stelle Michael Billington, Ostasien-Redakteur des [i]Executive Intelligence Review[/i], diese Aufgabe. Er verlas den vorbereiteten Vortrag von Frau Zepp-LaRouche zum Thema „Eine neue Ära der Menschheit, in der wir wahrhaft menschlich werden“. Die Vorstellung, „daß Nationen oder eine Gruppe von Nationen legitime geopolitische Interessen habe, die sie gegen andere erkämpfen müßten, muß ersetzt werden durch die Idee, daß es eine höhere Ebene der Vernunft gibt, auf der die historischen, ethnischen oder sonstigen Konflikte verschwinden“, betonte sie. „Die Menschheit muß auf diese Weise erstmals in der Geschichte durch die gemeinsamen Ziele der menschlichen Gattung definiert werden.“ Diese Haltung sei die unverzichtbare Grundlage für eine unmittelbare Intervention in die heutige strategische Lage, „denn es besteht die akute Gefahr des Zusammenbruchs des transatlantischen Finanzsystems... und in unmittelbarem Zusammenhang damit die Gefahr der Eskalation der Konfrontation zwischen NATO, Rußland und China, die zu einem globalen thermonuklearen Krieg führen würde.“ Sie beschrieb dann die zahlreichen Bereiche, in denen eine internationale Zusammenarbeit notwendig ist, um diese Gefahren zu überwinden.

Billington führte in seinem Vortrag, „Frieden durch Entwicklung: die Einheit von Ost und West“, die Idee gemeinsamer Ziele der Menschheit weiter aus. Er zitierte aus der Enzyklika Populorum Progressio von Papst Paul. VI. und verwies auf Präsident Franklin D. Roosevelts Vision, der die gewaltigen produktiven Kräfte der Vereinigten Staaten, die für den Sieg über den Faschismus aufgebaut worden waren, nach dem Krieg dazu einsetzen wollte, die ehemaligen Kolonialstaaten wirtschaftlich zu entwickeln.

Veranstalter war das Universitäts-Netzwerk der Seidenstraße (Silk-Road Universities Network, SUN), das mit dieser Konferenz formell seine Arbeit aufnahm und seinen Sitz an der Hankuk-Universität für Auslandsstudien in Seoul haben wird. Prof. Hwang Sung-don von der Hankuk-Universität, von dem die Idee stammt, ein solches akademisches Netzwerk zu schaffen, erklärte: „Es ist an der Zeit, harmonische Beziehungen zwischen den höheren Bildungsinstituten zu herzustellen, um für die Werte und den Geist der Neuen Seidenstraße zu werben.“ Er habe Einladungen an etwa 130 Universitäten verschickt, und 43 hätten Interesse gezeigt, sich daran zu beteiligen. An der Konferenz nahmen - neben südkoreanischen Einrichtungen - Universitäten aus Spanien, China und Japan teil. 43 Universitäten in 22 Ländern werden ein gemeinsames Curriculum zur Seidenstraße ausarbeiten. Im Rahmen der viertägigen Veranstaltung formulierte das Netzwerk eine Plattform mit dem Titel „Renaissance Silkroadias“.

Parallel und im Anschluß organisierte die Stadt Gyeongju das Internationale Kulturfest der Seidenstraße, eine „Kultur- und Bildungs-EXPO“, mit dem diese in der Kulturgeschichte des Landes bedeutende Stadt in den kommenden zwei Monaten an die alten Beziehungen zu den Kulturen und Nationen entlang der antiken Seidenstraße anknüpfen will, die das Land durch China und Zentralasien mit dem Nahen Osten und Europa verband und nun wieder verbinden wird.

Das Universitäts-Netzwerk der Seidenstraße hat ehrgeizige und weitreichende Ziele. Dazu gehören eine Versammlung der Präsidenten der beteiligten Universitäten, eine Vereinigung für Studien der Seidenstraße für Gelehrte, die die Handelsrouten erforschen, sowie einen Studentenverband des Universitäts-Netzwerks der Seidenstraße. Prof. Hwang erklärte, die Hankuk-Universität biete bereits in diesem Jahr einen einführenden Kurs über die Seidenstraße an, und die Studenten könnten über das Internet auch an Kursen anderer Universitäten teilnehmen. „Auch wenn es nicht einfach sein wird, ist es wichtig, daß verschiedene Professoren verschiedene Studenten in anderen Nationen in verschiedenen Sprachen unterrichten. Das entspricht dem Geist der Seidenstraße.“