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Krieg gegen Gaza: Ein Blick in die Hölle

Der brasilianische Präsident Lula da Silva hat die Bombardierung des Gazastreifens angemessen charakterisiert: Es sei der erste Krieg in der Geschichte der Menschheit, bei dem die meisten Opfer "Kinder sind, die nicht am Krieg teilnehmen". Das sagte er in der letzten Ausgabe seiner wöchentlichen Sendung Interview mit dem Präsidenten.

Nach einem Bericht des Gesundheitsministeriums in Gaza ist die Zahl der Todesopfer unter Kindern über Nacht von 37% auf 40% gestiegen. Insgesamt wurde mit über 700 getöteten Palästinensern - darunter 305 Kinder - ein neuer schrecklicher Tagesrekord für die Bombardierungkampagne aufgestellt.

Damit stieg die Gesamtzahl der in 18 Tagen getöteten Menschen auf 5.791, darunter 2.360 Kinder. Frauen, alte Menschen und Kinder machen inzwischen 70 Prozent der Toten aus. Der palästinensische Außenminister Riad Al-Maliki sagte gestern vor dem UN-Sicherheitsrat, palästinensische Kinder schrieben ihre Namen auf ihre Hände, "damit sie nicht zu unbekannten Leichen werden und in Massengräbern verscharrt werden".

Israel gab seinerseits an, in der Nacht 400 Ziele der Hamas getroffen und "Dutzende" Hamas-Kämpfer getötet zu haben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza starben etwa 200 Männer im Alter zwischen 18 und 60 Jahren. Israel hat also, sagen wir, zwischen 50 und 200 Hamas-Kämpfer getötet, was in dieser grausamen Rechnung 3,5 bis 14 getötete Zivilisten pro Hamas-Kämpfer entspricht. Der höflichste Ausdruck dafür ist "kollektive Bestrafung".

Als der UN-Generalsekretär Guterres vorgestern die Sitzung des UN-Sicherheitsrates zum Nahen Osten eröffnete und seine Besorgnis über die "eindeutigen Verletzungen des humanitären Völkerrechts in Gaza" zum Ausdruck brachte, sagte er, dass der "entsetzliche" Angriff der Hamas "nicht die kollektive Bestrafung des palästinensischen Volkes rechtfertigen" könne. Selbst das traf einen Nerv. Der israelische Botschafter Gilad Erdan forderte Guterres zum sofortigen Rücktritt auf, da er für die Führung der UNO "ungeeignet" sei.

Lula da Silva berichtete auch, er habe mit den Präsidenten Israels, der Palästinensischen Autonomiebehörde, Irans, Ägyptens, der Türkei, Frankreichs und der Vereinigten Arabischen Emirate sowie mit der Spitze der Europäischen Union gesprochen; als nächstes stünden Gespräche mit den Präsidenten Chinas, Südafrikas und Katars an. "Ich spreche mit allen, um drei Dinge zu erreichen. Erstens die Sicherung eines humanitären Korridors, damit die Menschen Wasser, Lebensmittel und Medikamente bekommen. Wir müssen sicherstellen, dass die Krankenhäuser keinen Stromausfall haben, damit die Menschen behandelt werden können, und wir müssen sicherstellen, dass keine Kinder mehr getötet werden. [...] Wenn man nicht jeden Tag über den Frieden spricht, vergessen die Menschen, dass es möglich ist, Frieden zu schaffen."

Der brasilianische Vorschlag für einen Waffenstillstand hatte im UN-Sicherheitsrat fast einhellige Unterstützung gefunden, war aber von einem einzigen Land - den USA - mit einem Veto blockiert worden.

Gestern hat der Präsident der Vereinigten Staaten sowohl die volle Unterstützung von Papst Franziskus für sein Vorgehen in der Krise zwischen Israel und Gaza behauptet als auch erklärt, dass es keinen Waffenstillstand geben werde, nicht einmal eine Diskussion über die Möglichkeit eines Waffenstillstands. Auf die Frage nach einem Waffenstillstand im Austausch gegen Geiseln erteilte Biden eine klare Absage.

Die Botschaft des US-Außenministers Blinken an den UN-Sicherheitsrat lautete, dass die Welt den täglichen Bombardierungen Israels praktisch tatenlos zusehen müsse und dass der Iran angegriffen werden solle, wenn nicht alle Nachbarn Israels einlenkten.

Israelis und Palästinenser haben eigentlich ein offensichtliches gemeinsames Interesse an der Entwicklung und Urbarmachung der gesamten Region. Lyndon LaRouches "Oasenplan" von 1975 ist die beste, aber nicht die einzige Idee dieser Art. Wenn der Schlüssel zum Frieden in der Entwicklung liegt, dann sind die Folgen, Entwicklung zu ignorieren oder zu verbieten, ziemlich offensichtlich. Hier ist ein 5-minütiges Video aus dem Jahr 2010, das diese sehr einfache Idee veranschaulicht.

Lesen und verteilen Sie auch "Die Welt braucht einen 'Oasenplan' für den Nahen Osten".

"Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen". (Konfuzius)

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