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Michael von der Schulenburg: Man muss mit Putin verhandeln

In einem aktuellen Interview mit der Webseite Makroskop rief Michael von der Schulenburg, früherer stellvertretender Uno-Generalsekretär,  erneut eindringlich dazu auf, den Krieg in der Ukraine zu beenden.

Zur Lage in der Ukraine sagte er u.a.: „Die Ukrainer sind heute das betrogene Volk Europas, betrogen auch von uns. Ihr Land ist zum Schlachtfeld geworden für geopolitische Interessen, eben auch westlicher geopolitischer Interessen. Wenn wir wirklich Freunde der Ukraine sein wollen, wie wir gerne behaupten, müssten wir jetzt alles versuchen, durch einen Verhandlungsfrieden diesen Krieg zu beenden.“

Die Biden-Regierung habe „alle Warnungen, dass Russland auf einen Beitritt der Ukraine auch militärisch reagieren würde, ignoriert und Europa hat dazu geschwiegen. Wahrscheinlich hatten die USA damals die Russen unterschätzt und gedacht: das trauen sie sich nicht. Der Westen hat einfach nicht verstanden, wie tief die Russen – und nicht nur Putin – die Nato direkt an ihren Grenzen als eine existentielle Gefahr für Russland ansahen und heute noch ansehen.“

Von der Schulenburg warnt eindringlich vor weiteren Fehlkalkulationen: „Wenn die USA mit Nato-Unterstützung weiter eskalieren und wie angekündigt nun Waffen schicken, mit denen Russland an ihren strategisch wichtigen Stellen getroffen werden kann, würde Russland auch, wie angedeutet, nicht vor extremen Reaktionen zurückschrecken. Die Gefahr, dass sich dieser Konflikt zu einem nuklearen Krieg ausweitet, ist somit heute höher als je zuvor. Die Nato sollte Russlands Entschlossenheit nicht wieder unterschätzen.“

Europa habe überhaupt keine selbständige Position. Stattdessen sollten wir vor  „einer solchen Eskalation zurückschrecken und uns voll hinter Verhandlungen stellen.“ Man müsse die eigenen Sicherheitsinteressen verteidigen. „Das tun wir aber nicht. ...Wir laufen den Amerikanern hinterher – auch wenn das unseren wirtschaftlichen Untergang bedeutet oder, noch schlimmer, unser Überleben gefährden könnte.“

Michael von der Schulenburg vermittelte als UN-Diplomat in vielen internationalen Kriegsgebieten, so im Irak, Iran, in Pakistan, Syrien, Haiti, Sierra Leone. Er hat gemeinsam mit Hajo Funke, Harald Kujat und Peter Brandt, am 11. April 2024 zum Besuch von Bundeskanzler Scholz in China eine Erklärung veröffentlicht, in der der Kanzler aufgefordert wurde, diesen Besuch zu nutzen, um die chinesischen Friedensbemühungen für ein Ende des Ukraine-Krieges zu unterstützen.

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