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NYT zitiert israelische Offiziere: keine Beweise, dass Hamas UN-Hilfsgüter stiehlt

27. Juli 2025 (EIRNS) – Die New York Times berichtet unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte hochrangige israelische Militärs sowie zwei weitere Israelis, das israelische Militär habe niemals Beweise dafür gefunden, dass die Hamas systematisch Hilfsgüter der Vereinten Nationen gestohlen hat. Am Vortag hatte Reuters über eine Untersuchung der US-Entwicklungsbehörde USAID berichtet, der zufolge bei keinem der 156 Fälle von Verlusten von den USA bezahlter UN-Hilfsgüter Beweise für eine Beteiligung der Hamas gefunden wurden.

„Die Berichterstattung der Times markiert eine deutliche Kehrtwende gegenüber ihrer früheren Berichterstattung, die weitgehend die israelische Darstellung wiedergab, wonach die Hamas Hilfsgüter entwendet habe“, kommentierte Middle East Eye. Der NYT werde seit langem eine systematische Voreingenommenheit für Israel vorgeworfen, da fast zwei Dutzend leitende Redakteure und Reporter Verbindungen zu pro-israelischen Interessengruppen haben. „Diese jüngste Enthüllung bestätigt, was Kritiker und humanitäre Organisationen seit Monaten betonen: Es gab keinen organisierten Diebstahl internationaler Hilfsgüter durch die Hamas“, so MEE.

Die NYT berichtet: „Tatsächlich sei das von Israel verspottete und unterminierte Hilfslieferungssystem der Vereinten Nationen weitgehend effektiv bei der Versorgung der verzweifelten und hungernden Bevölkerung Gazas gewesen, sagen israelische Militärvertreter. Angesichts der Hungersnot in dem Gebiet gerät Israel nun zunehmend unter internationalen Druck wegen seiner Kriegsführung in Gaza und der damit verbundenen humanitären Notlage.“

Bemerkenswert ist auch, was die NYT über die Vorgeschichte berichtet. Mitte März, als die Planungen für die Operation der Gaza Humanitarian Foundation (GHF) Gestalt annahmen, habe es ein Treffen israelischer Militärs mit Netanjahus oberstem Militärberater gegeben. Die Militärs hätten Bedenken gegen den Plan geäußert, dass die GHF allein für die Hilfe für den gesamten Gazastreifen verantwortlich sein soll. Daher hätten sie einen Plan vorgelegt, die Rolle der UN in den Teilen des Gazastreifens auszuweiten, in denen die private Organisation voraussichtlich nicht tätig würde. Die UN könnten auch andere Arten von Hilfe bereitstellen, die die GHF nicht verteilt, wie beispielsweise medizinische Hilfsgüter. Laut drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen und den von der NYT eingesehenen Unterlagen lehnte die Regierung den Plan des Militärs ab. Als das Militär dann im Mai vor einer drohenden Hungersnot in Gaza warnte, änderte die Regierung ihre Haltung und erlaubte den Vereinten Nationen und anderen Organisationen, in den von der GHF nicht abgedeckten Gebieten Hilfsgüter zu verteilen.

Der Bericht untermauert die Schlussfolgerung, dass mit der GHF-Operation die durch die vollständige Blockade von März bis Mai verursachte Hungersnot als Waffe eingesetzt und von Netanjahus Büro vorangetrieben wurde, ohne die Bedenken des eigenen Militärs zu berücksichtigen.

Quelle eirna.de

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