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Planetares Weimar 1923 - Helga Zepp-LaRouche warnt vor "Neuer Runde im Finanzcasino"

Finanzcasino lockt Zocker zu neuer Runde - Jacques Attali warnt: Planetares Weimar 1923

[i]von Helga Zepp-LaRouche
[/i]

Die nervöse Reaktion, die Bundeskanzlerin Merkel mit ihrer Kritik an
der inflationären Politik der Zentralbanken bei deren Chefs sowie
einigen Ökonomen und  Finanzmedien hervorgerufen hat, demonstriert, wie
blank die Nerven in Wirklichkeit liegen. Denn es liegt in der Natur der
Sache, daß die gigantische Spekulationsblase, die die Zentralbanken mit
ihrer Politik des Gelddruckens beschützen wollen, kurzfristig nur am
Leben bleiben kann, wenn sie vergrößert wird - auch wenn dies bedeutet,
daß es für die Realwirtschaft um so katastrophalere Konsequenzen hat.

Die italienische Wirtschaftszeitung [i]Il Sole 24 Ore[/i]
hingegen unterstützte Merkels Kritik und stellte sie in den
Zusammenhang mit der tief sitzenden Angst der Deutschen, daß sich die
Hyperinflation von 1923 wiederholen könne. Die Warnung der BüSo, daß
die nicht enden wollenden „Rettungspakete" und „Bankschutzschirme"
genau diese Konsequenz haben werden, wird derweil von immer mehr
Stimmen wiederholt, so z. B. vor drei Wochen vom [i]Focus[/i].

Der Finanzexperte und frühere Topberater Mitterrands Jacques Attali
warnte ebenfalls, während einer Debatte vor dem International Economic
and Financial Forum (FIEF) in Paris, die wirkliche Gefahr heute
bestünde in einem „planetaren Weimar" wie 1923 in Deutschland. Die
Krise sei auch schlimmer als die große Depression der dreißiger Jahre;
so habe z. B. die Gesamtverschuldung der USA 1929 nur 300% des
Bruttoinlandsproduktes erreicht, im Januar 2009 aber bereits bei 500%
des BIP gelegen. Die Tatsache, daß die Zentralbanken damit angefangen
hätten, direkt Geld an Firmen zu verleihen, was die Banken trotz der
Liquiditätsspritzen nicht täten, und daß alle größeren Staaten einen
Finanzierungsbedarf von zwischen 50 und 100 Billionen hätten, zeige die
Dimension des Problems. Illusionär sei auch die Vorstellung, daß China
und die Golfstaaten diese Liquidität zur Verfügung stellen könnten,
denn selbst China habe nur 2 Billionen an Währungsreserven. Deshalb
befürchte er das schlimmste Szenario, nämlich eine tiefe Depression und
eine große Inflation. Die Welt sei nicht weit von einem planetaren
Weimar entfernt.

So wie die Dinge derzeit stehen, ist die Gefahr riesig, daß es dazu
kommen wird, denn die Regierungen haben bisher weder eine
Ursachenanalyse für die Krise angestellt, noch sind sie bereit, auf die
„innovativen Finanzinstrumente" zu verzichten, in denen einer der
Gründe liegt, warum die jetzige Krise viel schwerer ist als die große
Depression. So erklärte KfW-Vorstandsmitglied Günther Bräunig soeben
auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt, er glaube, daß der
Verbriefungsmarkt „zurück kommt". In der Tat bieten Banken den
Investoren schon wieder Verbriefungen an, also den Verkauf von
Kreditforderungen oder deren Risiken, und versprechen dabei schon
wieder hohe Renditen, wie sie nur im Hoch-Risiko-Geschäft
erwirtschaftet werden können. Das Kasino geht weiter.   .....

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